Montana Black | Vergleicht Frauen mit Hunden und erntet den verdienten Shitstorm

von René Wiesenthal (Dienstag, 10.12.2019 - 12:59 Uhr)

Der umstrittene YouTuber und Gaming-Streamer Montana Black ist wieder einmal durch eine Äußerung negativ aufgefallen, die im Netz für Wirbel sorgt. Darin vergleicht er Frauen mit Hunden und präsentiert ein zutiefst menschenverachtendes Weltbild.

Montana Black während er Frauen mit Hunden gleichsetzt. Quelle: Twitter.Montana Black während er Frauen mit Hunden gleichsetzt. Quelle: Twitter.

Montana Black, mit bürgerlichem Namen Marcel Eris, ist durch YouTube-Videos rund um Games und Livestreams bekannt geworden. Er genießt eine große Popularität, vor allem unter Jugendlichen, gehört zu den größten Webvideoproduzenten Deutschlands. Und er fällt immer wieder durch Äußerungen auf, die Kontroversen verursachen. So nutzt der 31-Jährige, der seine oft derben Äußerungen selbst mit seinem Straßen-Background erklärt und rechtfertigt, oftmals diskriminierendes, auch rassistisches Vokabular, bezeichnet Spieleentwickler etwa als „Zigeuner“ und verteidigt die Verwendung des N-Wortes. Eris behauptet zwar, kein Rassist zu sein, wirklich ernst nimmt er Kritik an seinem Verhalten allerdings nicht. Zudem kann Montana Black eine auffällige Nähe zu rechtsradikalen Gruppierungen nachgewiesen werden.

Montana Black: "Frauen sind wie Hunde"

Aktuell wird jedoch ein Videomitschnitt von ihm im Netz diskutiert, der eine andere Form der Menschenverachtung beinhaltet: Er vergleicht darin Frauen mit Hunden. Mit diesem Vergleich versucht der Streamer offensichtlich zu erklären, dass Frauen, die von einem Mann „an der kurzen Leine gehalten“ würden, sich abwendeten, sobald sich eine Gelegenheit böte. Frauen kämen immer wieder, wenn man ihnen Freiheiten ließe, sie regelmäßig belohne – so wie Hunde:

Für Aufsehen sorgt der Mitschnitt vor allem, nachdem er vom ehemaligen GIGA-Moderator David Hain auf Twitter geteilt wird und damit eine große Reichweite auch außerhalb des "Montana Black"-Kosmos erlangt. Magazine wie Gofeminin und GQ berichten über das Video und den daraus resultierenden Shitstorm auf Twitter. Denn viele Menschen, die die Worte des reichweitenstarken Streamers hören, sind entsetzt und bekunden dieses Entsetzen auch.

Doch erwartungsgemäß wird die Kritik von Hain und anderen Twitter-Usern nicht einstimmig geteilt. Fans von Montana Black nehmen seine Äußerungen in Schutz, bekräftigen, er habe sich unglücklich ausgedrückt, aber eine wahre und gute Aussage getroffen, beleidigen teils die Kritiker. Gaming-Redakteur Robin Schweiger von HOOKED schaltet sich daraufhin in die Diskussionen ein und findet für das Auftreten der Fans sehr harsche Worte:

Anders der bekannte Blogger Der Graslutscher alias Jan Hegenberg, der versucht, die unsäglichen Aussagen von Montana Black in etwas Konstruktives zu verwandeln:

Und wie geht Montana Black selbst diesmal mit der Kritik um? Der greift unter anderem einen Tweet von Autorin und Frauenrechtlerin Salomé Balthus auf, in dem sie ausdrückt, dass Frauen kein Eigentum sind und keine Erlaubnis von Männern brauchen. Eris versieht ihn mit dem zynischen Kommentar, eine Feministin bestehe hier "auf ihr Recht fremdzugehen" und bringt damit sein Welt- und Menschenbild ein weiteres Mal deutlich zum Ausdruck. Ebenso wie die Unfähigkeit, das Problematische in seinen Äußerungen zu erkennen, geschweige denn selbst die sachlichste Kritik zuzulassen.

Meinung

Mit seinem Hundevergleich stellt Montana Black Frauen nicht nur auf eine Stufe mit Tieren, entmenschlicht und entwürdigt sie sprachlich. Er bedient mit den weiteren Ausführungen auch ein Narrativ, das Frauen pauschal als Eigentum des Mannes einordnet, als konditionierbare Wesen, die man nur „richtig“ auszunutzen wissen müsse, um das von ihnen zu bekommen, was man sich als ihr Halter wünscht. Dass seine meist sehr jungen Fans ihn dafür in Schutz nehmen, über Feministinnen schimpfen und Kritiker beleidigen, zeigt, dass die menschenverachtende Geisteshaltung des Streamers bei seiner Gefolgschaft auf fruchtbaren Boden fällt und es sich hier – entgegen mancher Kommentare – eben nicht nur um eine unglückliche Ausdrucksweise oder eine harmlose Metapher handelt. Montana Black macht jungen Menschen vor, wie man Frauen degradiert und öffnet dadurch Tür und Tor für Missbrauch und Diskriminierung.

Tags: Twitch  

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