Online-Gaming | Chatten ist kein Menschenrecht - sagt Gericht

von Tom Lubowski (Dienstag, 28.01.2020 - 15:51 Uhr)

Meinungsfreiheit: Das Recht auf freie Meinungsäußerung, vor allem in politischer Hinsicht. In eben jenem Recht sieht sich der Streamer Amro Elansari verletzt. Der Grund: In Runescape wurde er dauerhaft stummgeschaltet.

Amro Elansari ist den US-Gerichten wohlbekannt: Vor einer Universität zündete er sich einen Joint vor Polizisten an, wurde verhaftet und legte anschließend Klage dagegen ein.Amro Elansari ist den US-Gerichten wohlbekannt: Vor einer Universität zündete er sich einen Joint vor Polizisten an, wurde verhaftet und legte anschließend Klage dagegen ein. Bildquelle: Amro Elansari auf Twitter

Der Runescape-Streamer Amro Elansari zieht nun gegen den Entwickler Jagex juristisch ins Feld, da ihm dieser die Möglichkeit - aus Sicht von Elansari sogar das Recht - zur Kommunikation im Spiel genommen hat. Der Streamer kann zwar weiterhin vor der Kamera Runescape zocken, nur der Kontakt mit anderen Spielern bleibt ihm fortan verwährt.

Wie aus einer größtenteils handgeschriebenen Klage, welche den Kollegen von VICE vorliegt, hervorgeht, klagt Elansari wegen Verletzung des ordnungsgemäßen Verfahrens, Diskriminierung und der Beraubung der Meinungsfreiheit. Der Streamer hat laut eigenen Angaben mehr als 2.000 Stunden in das MMORPG invenstiert. Zuvor habe er bereits Beschwerde beim Entwickler selbst eingelegt, jedoch ohne Erfolg.

Dabei sahen Elansaris Bemühungen vor Gericht Recht zu bekommen von Anfang an nicht unbedingt rosig aus: Der zuständige US-Bezirksrichter Mark A. Kearney schmetterte im Juli vergangenen Jahres eine Klage des Streamers ab, da "diese Anschuldigungen keinen plausiblen Verfassungsanspruch begründen können".

Also versuchte Elansari es erneut, dieses Mal unter dem Gesichtspunkt der Diskriminierung. Aber auch diese Berufung scheiterte, da eine derartige Benachteiligung auf die Ethnie, das Aussehen oder die Nationalität der mutmaßlich diskriminierten Person zurückführbar sein muss und Elansari nicht angab, dass für ihn in Runescape aufgrund dessen bestimmte Funktionen nicht nutzbar seien.

Elansari dürfte bei den US-Gerichten mittlerweile bekannt sein wie ein bunter Hund, schließlich reichte der Streamer in den letzten eineinhalb Jahren fast in einem Dutzend Fällen Klage ein, unter anderem, weil ihn die Dating-Plattform Tinder betrogen haben soll. Derart kuriose Beschwerden auf juristischer Ebene dürften also eher nicht unbedingt für seine Glaubwürdigkeit sprechen.

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