Videospielkultur

Digitale Angst-Therapie | Krankenkasse finanziert virtuelle Hilfe gegen psychische Leiden

von Tom Lubowski (Freitag, 31.01.2020 - 12:34 Uhr)

Die Techniker Krankenkasse hat sich mit dem Hamburger Unternehmen Sympatient zusammengesetzt und an einer Therapiemöglichkeit für Angststörungen gearbeitet: Heraus kam eine digitale Behandlung mit Hilfe von Virtual Reality.

App und VR-Brille: Mit der Invirto-Behandlung entscheidet der Patient selbst über die Dauer und Häufigkeit seiner Therapiesitzungen. (Quelle: Invirto Pressefoto)
App und VR-Brille: Mit der Invirto-Behandlung entscheidet der Patient selbst über die Dauer und Häufigkeit seiner Therapiesitzungen. (Quelle: Invirto Pressefoto)

Die außergewöhnliche Behandlung, welche auf den Namen "Invirto" hört, ermöglicht es Opfern von Angststörungen, sich ganz bequem von zu Hause aus per Virtual Reality der Therapie zu unterziehen. Zuvor werden die Patienten allerdings konventionell im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein untersucht. Fällt die Diagnose entsprechend aus, wird dem Patienten eine VR-Brille nach Hause geschickt. Über die App sind dann acht Stunden an Schulungsmaterialien zugänglich, die VR-Brille bringt vier Stunden an Bildmaterial mit, bestehend aus Videos und Übungen zu Angstszenarien.

VR als Therapie gegen Angststörungen

Frei von medizinischem Personal oder fachlicher Begleitung ist der Prozess aber dennoch nicht: Die Patienten sind dazu angehalten, regelmäßig Fragen in einer App zu beantworten, die ihren Gesundheitszustand betreffen. Denn die Funktionen der Anwendung zu Therapiezwecken werden extra auf den Anwender zugeschnitten. Ein Psychotherapeut betreut das ganze zudem telefonisch. In dringenden Fällen wird anhand der medizinischen Daten unter Umstände sogar selbst der Kontakt zum Patienten aufgenommen. Alternativ steht diesem auch eine Nummer für Notfälle zur Verfügung.

Laut Dr. Jens Baar, Chef der Techniker Krankenkasse, sei dies "gerade in Regionen mit wenigen spezialisierten Therapeuten und langen Anfahrtswegen eine sehr attraktive Therapieoption." Auch Julian Angern, Mitbegründer von Sympatient, ging ambitioniert an das Projekt heran. Für ihn war vor allem der Schutz der Patientendaten von Bedeutung. "Auch deshalb haben wir unsere Software von einer externen Stelle hinsichtlich der Sicherheit prüfen lassen", erklärte er. Mit Erfolg: "Invirto" konnte eine CE-Kennzeichnung erlangen.

Aktuell ist diese Behandlungsmethode aber nur für Mitglieder der Techniker Krankenkasse möglich. Über die Seite invirto.com können sich die Mitglieder für die neuartige Therapiemöglichkeit anmelden, welche von der Krankenkasse zur Gänze übernommen wird.

Virtuelle Realität als Basis für eine medizinische Behandlung: Welche weiteren Entwicklungen noch folgen werden, lässt sich als Laie kaum einschätzen. Wenn die Methode erfolgreich ist, war dies aber sicher nur der erste Schritt zur medizinischen Nutzung des Mediums.

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