Persona 5 Royal | Änderungen aufgrund von Homophobie-Vorwürfen

von Nathan Navrotzki (Mittwoch, 19.02.2020 - 14:40 Uhr)

Für Persona 5 Royal wurden auf Wunsch des Übersetzungs-Teams und einiger Fans Dialoge abgeändert. Die neuen Konversationen sollen nun ein besseres Licht auf homosexuelle Charaktere werfen als es im Original der Fall war.

Ryuji befindet sich in Persona 5 in der einen oder anderen unangenehmen Situation.Ryuji befindet sich in Persona 5 in der einen oder anderen unangenehmen Situation.

Persona 5: Beliebtes JRPG musste geändert werden

Bei Persona 5 Royal handelt es sich um einen Re-Release von Persona 5, welches 2017 exklusiv für PS4 und PS3 erschien und sich im Handumdrehen als Muss für alle Fans japanischer Rollenspiele herumsprach. Dabei wird dem Spiel, welches sich seinen Weg ab dem 31. März zurück auf die PS4 bahnt, einiges an neuem Content hinzugefügt. Es wird neue Charaktere, zusätzliche Zwischensequenzen, Neuerungen im Gameplay und mehr Musik im bekannten Persona-Stil geben.

Eines wird auf Wunsch der Übersetzer nun aber, zumindest in seiner ursprünglichen Form, komplett über Bord geworfen: Dialoge, die von einigen Fans als zu homophob wahrgenommen wurden (Gamespot berichtet). Das zuständige Übersetzer-Team sprach auf einem Preview-Event zu Persona 5 Royal darüber, dass mehrere Szenen des ursprünglichen Spiels geändert wurden, um eine zeitgemäßere Darstellung von homosexuellen Charakteren zu ermöglichen. Diese Aussage bezieht sich im Speziellen auf zwei Szenen, in denen zwei ältere Männer den Protagonisten und seinen Schulfreund auf sexuelle Weise ansprechen.

Das erste Mal trifft der Spieler auf die Beiden in Shinjuku, einem belebten Ort in Tokio, der für sein verrücktes Nachtleben bekannt ist. Der minderjährige Begleiter des Spielers, Ryuji, wird dort von den beiden angeflirtet, bevor sie versuchen, den jungen Mann für die Nacht zu verschleppen. Dem Spieler wird keine Möglichkeit gegeben, dem Jungen in Not zu helfen und es gibt im Spiel keine negativen Konsequenzen für die Charaktere.

Macht euch selbst ein Bild von der Szene:

Die zweite Szene verläuft ähnlich. An einem Strand auf Hawaii jagen die Männer den Highschool-Schülern hinterher mit der Aufforderung, dass die Jungen für sie strippen sollen. Was der japanische Entwickler vermutlich als witzig empfand, wurde von internationalen Fans nicht gut aufgenommen.

Das Übersetzerteam war schockiert

Neben dem implizierten Entführungsversuch eines Minderjährigen, wurde die stereotype Repräsentation von Homosexuellen kritisiert. Besonders die Darstellung der einzigen homosexuellen Figuren im Spiel als bedrohliche Sexualstraftäter stieß den Fans zusätzlich zu dem überzogen femininen Verhalten, übel auf.

Auch den Übersetzern hatten die Szenen bei ihrer Arbeit am Original ein ungutes Gefühl gegeben. Yu Namba, der eine wichtige Rolle in der Lokalisierung der meisten Persona-Teile spielte, bestätigte nun, dass die genannten Szenen deswegen, in Absprache mit den Entwicklern, für den westlichen Re-Release des Spiels abgeändert wurden. Man möchte damit, so Namba, die Fehler der Vorlage geradebiegen. Die japanische Version, die vergangenen Herbst veröffentlicht wurde, blieb diesbezüglich nämlich unverändert.

Wie genau das alles im fertigen Spiel aussehen wird, bleibt abzuwarten. Die Männer sollen wohl in Persona 5 Royal enthusiastisch von einem Hobby reden, anstatt sich vom Anblick der Minderjährigen erregen zu lassen. Die Änderung bezieht sich in erster Linie auf die englische Sprachausgabe, an welcher Version sich die neu hinzugefügten, deutschen Untertitel orientieren werden, ist unklar.

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