GameStop | Wird zur "örtlichen Kirche", um Kunden zum Zahlen zu bewegen

von Martin Schwarz (Donnerstag, 27.02.2020 - 17:45 Uhr)

Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass GameStop in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Mit der Interessenverlagerung von physischen Spielen hin zu digitalen Exemplaren, nimmt auch die Anzahl von eingetauschten Spielen, die Haupteinnahmequelle von GameStop, ab. Deswegen sucht der Konzern nach neuen Konzepten, um sein Überleben zu sichern.

Das Innere eines GameStop-Konzeptladens.Das Innere eines GameStop-Konzeptladens.

GameStop: Ein Kampf um die Existenz

Einst war GameStop eine blühende Anlaufstelle für den Ankauf und Verkauf von gebrauchten Videospielen, zwar waren nicht alle Kunden zufrieden mit der Preispolitik der Einzelhandelskette, das tat dem Erfolg von GameStop jedoch keinen Abbruch. Mittlerweile sind diese Zeiten längst vorbei und GameStop befindet sich in einem Kampf um seine Existenz.

Dieser Kampf trägt zuweilen fragwürdige Früchte, wie die Überflutung von GameStop-Filialen mit allerhand Merchandise, oder eine Umstrukturierung der Ladenpräsentation. Auch Druck auf die Mitarbeiter von oben und aggressive Kundenansprache scheinen Mittel, die durch den Zweck geheiligt werden sollen. Viel geholfen hat dies allerdings nicht, weshalb derzeit ein neues Konzept in einigen GameStop-Konzeptläden in Oklahoma getestet wird.

In diesen Konzeptläden wurde die Verkaufsfläche drastisch reduziert. Der dadurch entstandene Platz wurde in ein soziales Umfeld für Gamer verwandelt, voll mit Plätzen für Tabletop-Spiele, Fernseh-Arealen für Retro-Games und langen Tischen voller Gaming-Pcs.

Von diesen Konzeptläden gibt es drei verschiedene Typen, von denen sich jeder auf ein bestimmtes Thema fokussiert. Manche sind eher auf Retro-Games ausgerichtet, andere auf Pop-Kultur, das Ziel der Läden ist aber bei allen das gleiche: GameStop will das Image eines Ortes vermitteln, an dem ihr zwischen Videospielen abhängen könnt, anstatt ein Ort zu sein, an dem ihr gebrauchte Games zu Wucherpreisen kaufen, beziehungsweise eure gebrauchten Games zu einem Witz von einem Preis verkaufen könnt. Ein wortwörtlicher "GameStop" also.

Die Nutzung dieser Angebote hat jedoch einen Haken: Nur die ersten 15 Minuten sind umsonst. Für jede Stunde, die ihr danach noch weiterspielen wollt, werdet ihr zur Kasse gebeten. Außerdem braucht ihr eine "PowerUp Rewards"-Mitgliedschaft, die es in verschiedenen Stufen gibt. Das Personal in diesen Läden soll extra darauf geschult sein, ein Auge auf euren Ausweis zu werfen, um Minderjährige davon abzuhalten, Spiele mit Altersbeschränkung zu spielen.

In einem Interview mit Gamesindustry erklärt Frank Hamlin, der Chief Customer Officer von GameStop, wie ihm die Idee zu den Konzeptläden kam: Ich kam 2014 [von derE3] zurück und ging zu der damaligen Leitung und ich sagte, ‚Wir verpassen eine enorme Möglichkeit.‘, dann sagte ich, und ich benutze dies unglaublich politisch inkorrekt, ‚Wenn die E3 der Vatikan ist, warum ist GameStop dann nicht die örtliche Kirche?‘“

Erratet ihr, worüber diese Gamer gerade meckern?

Bei den Konzeptläden handelt es sich, wie der Name schon sagt, erstmal nur um ein Konzept. Es ist nicht sicher, dass diese Läden weltweit ausgerollt werden. Was haltet ihr davon? Hättet ihr gerne einen solchen GameStop in eurer Nähe? Erzählt es uns in den Kommentaren.

Studio-Chef erklärt sein gebrochenes Versprechen

Studio-Chef nimmt Stellung zu Überstunden bei "Cyberpunk 2077"-Entwicklung.Die Entwickler von Cyb (...) mehr

Weitere News