The Wonderful 101 | Entwickler gibt zu, dass euer Geld nie gebraucht wurde

von Nathan Navrotzki (Freitag, 06.03.2020 - 17:15 Uhr)

Seit einem Monat spenden Fans fleißig für die Kickstarter-Kampagne von The Wonderful 101. Ein Entwickler von Platinum Games gibt nun zu, dass das gesammelte Geld der Fans nicht zur Finanzierung des Spiels gebraucht wurde.

Fans spenden für The Wonderful 101 Geld, das gar nicht gebraucht wird.Fans spenden für The Wonderful 101 Geld, das gar nicht gebraucht wird.

The Wonderful 101: Über 2 Mio. Dollar gespendet

Vor knapp einem Monat fing das Entwicklerstudio Platinum Games an, Geld auf Kickstarter zu sammeln. Grund für den Spendenaufruf war die Finanzierung vom Remaster von The Wonderful 101, welches 2013 seinen Release auf der Wii U feierte. Das Spiel sollte nun neu aufgesetzt und für die Nintendo Switch entwickelt werden, wofür Platinum Games 50.000 Euro benötigte. Nachdem das Ziel binnen einer Stunde geknackt war, spendeten Fans auf der ganzen Welt in den darauffolgenden Stunden noch rasch den restlichen Betrag von über einer Million Euro, um das Spiel auch auf den PC und die PS4 zu bringen. Das Ziel einer zusätzlichen Nebenstory im Stile eines 2D-Sidescrollers wurde ebenfalls schnell erreicht.

Nach mittlerweile einem Monat des Spendensammelns befinden sich auf dem Kickstarter-Konto des Entwicklerteams über 2 Million US-Dollar. Fans können sich auf einen speziellen Soundtrack und eine zweite Mission im neuen Spielmodus freuen, die durch die hohe Summe an Spenden realisierbar wurden. Schon ab dem 19. Mai soll das Spiel für die geplanten Konsolen erscheinen. Dass das so schnell geht, hängt vor allem damit zusammen, dass die Entwicklung des Spiels schon lange vor dem Online-Gang der Kickstarter-Kampagne begann.

The Wonderful 101: Es ging nie um Finanzierung

In einem Interview mit Gematsu verriet Atsushi Inaba, Spielentwickler bei Platinum Games, wie der frühe Release zustande kommen kann: Geld sei nie die Motivation hinter dem Spendenaufruf gewesen. In erster Linie sollte die Kampagne Spieler auf The Wonderful 101 aufmerksam machen. Als das ursprüngliche Spiel 2013 auf den Markt kam, interessierten sich nämlich nur wenige Nintendo-Spieler für den Titel. Das Entwicklerteam, so Inaba, hatte schon immer vor, das Spiel deswegen neu aufzusetzen um ihm die Anerkennung zu verschaffen, die es verdiene.

Mit dem Geld wolle man nun die Produktion der versprochenen Belohnungen für spendable Fans bezahlen. Darunter fallen unter anderem Soundtracks, Schlüsselanhänger und T-Shirts. Unüblich ist der Gedanke, ein Spiel über Kickstarter zu bewerben, nicht. Vor allem unabhängige Entwickler versuchen potentielle Käufer auf diesem Weg auf ihr Spiel aufmerksam zu machen. Das könnte auch erklären, weshalb sich das „Platinum Games“-Team für diese Option entschied. Mit The Wonderful 101 wagt das japanische Unternehmen nämlich den ersten Schritt in Richtung Self-Publishing. Mitarbeiter äußerten schon in der Vergangenheit den Wunsch, ihre Spiele endlich unabhängig von großen Publishern herausbringen zu können. Dazu gehört aber nun mal auch das Bewerben der eigenen Spiele.

Könnt ihr Verschwörungstheorien von Spiele-Stories unterscheiden?

Ist eine Kickstarter-Kampagne eine elegante Lösung um aufs eigene Spiel aufmerksam zu machen? Oder meint ihr es gäbe bessere Alternativen, und wenn ja, welche? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare!

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