Der Metal-Soundtrack von Doom: Eternal sorgt gerade für mächtig Ärger

von René Wiesenthal (Dienstag, 21.04.2020 - 14:13 Uhr)

Mick Gordon ist ein Musiker, der in Gaming-Kreisen einen besonders guten Ruf genießt. Wenn sich der Mann mit dem Gespür für grobes Hack nun von seiner eigenen Musik distanziert, liegt irgendetwas im Argen.

Meddl, Loide! Viel Ärger um den Soundtrack von Doom: Eternal.Meddl, Loide! Viel Ärger um den Soundtrack von Doom: Eternal.

Mick Gordon ist ein Komponist, der schon einigen beliebten Videospielen seinen musikalischen Stempel aufgedrückt hat. Zu seinen berühmtesten Soundtrack-Beiträgen gehören die zu den neuen Wolfenstein-Spielen, zu Doom von 2016, dem Reboot von Prey und - zuletzt - der Tech/Industrial-Metal-Soundtrack von Doom: Eternal. Ausgerechnet Letzterer sorgt nun aber nicht nur bei Fans für Ärger, sondern auch beim Schöpfer selbst: Mick Gordon distanziert sich vom offiziellen Soundtrack.

Doom: Eternal – Komponist distanziert sich vom eigenen Soundtrack

Was ist passiert? So wie es aktuelle Berichte darlegen, gab es wohl Differenzen zwischen Gordon und Bethesda beim Mixing und Mastering der Songs fürs Soundtrack-Album. Der Soundtrack erschien nicht zeitgleich mit dem Spiel, sondern mit etwas Verspätung am gestrigen Montag, dem 20. April. Käufer bemerkten schnell Unstimmigkeiten im Klangbild vieler Songs – der Twitter-User Doominal Crossing: Eternal Horizons stellte eine Analyse der Tonspuren an und stellte fest, dass die auf dem Soundtrack zu Doom: Eternal in ihrem Spektrum beschnitten sind. In seiner Auswertung kommt er zu dem Schluss, dass hier stark komprimiert und schlecht gemischt worden sei, was zu einem miesen Klangergebnis geführt habe.

Daraufhin meldete sich Mick Gordon persönlich unter dem Tweet zu Wort und teilte mit, dass er nur eine Handvoll der Songs abgemischt habe, und so etwas nie getan hätte:

Der Reddit-User MedicalMilk hat in einem Thread zusammengestellt, was an gesicherten Informationen zu diesem Vorgang verfügbar ist. Zum ersten Mal dokumentiert wurde Gordons Unzufriedenheit über den Zustand des Soundtracks schon früher - in den Kommentaren zu einem YouTube-Video von einem Fan-Cover des Tracks „The Only Thing They Fear Is You“. Mick Gordon lobt in einer Wortmeldung unter dem Video das Cover, merkt aber auch an, dass die „dämlichen Taktänderungen“ im Lied daher kämen, dass jemand aus dem Marketing das Stück zusammengebastelt hätte, der „keine Ahnung von Musik“ habe.

Doom: Eternal - Dicke Luft zwischen Bethesda und Gordon?

Offensichtlich gibt es also einen Konflikt zwischen Gordon und Bethesda. Wie aufmerksame Twitter-User bemerkten, hat der Musiker etwa einen Tweet gelöscht, den er am 16. April absetzte. Darin deutete er einen Auftritt auf dem MAGFest 2021 an, zu dessen Anlass er eine Live-Performance des Soundtracks von Doom: Eternal darbieten würde. Doch nicht nur das: Ein Screenhot aus einer privaten Konversation zwischen Gordon und einem Spieleentwickler auf Instagram zeigt, dass der Musiker nicht sicher sei, ob er überhaupt nochmal mit Bethesda zusammenarbeiten werde.

Doom Eternal: Fans enttäuscht vom O.S.T.

So wie der Künstler selbst, sind auch die Fans enttäuscht vom Umgang mit dem Soundtrack zu Doom: Eternal. User auf Twitter und bei Reddit betonen, dass Gordon den Doom-Spielen mit seiner Musik die Seele einhauche und der Soundtrack nun trotz seines musikalischen Talents furchtbar klinge. Sie skandieren, Bethesda solle dem Mann die Möglichkeit geben, seine Arbeit am Soundtrack zu beenden und äußern Vorwürfe, der Konzern Zenimax habe hier aus Gier gehandelt. Auch in anderen Gaming-Foren wie Resetera macht sich Unmut breit.

Wie Gamespot berichtet, nutzen die Verantwortlichen hinter Doom: Eternal den offiziellen Discord-Channel zum Spiel, um das Thema zu adressieren. Sie erklären Verständnis über den Ärger der Fans, bitten aber auch darum, dass die Diskussionen darüber zivilisiert und in einem angemessenen Rahmen bleiben. Verständlich – welche Ungereimtheiten auch immer hinter den Geschehnissen stecken, es steht niemandem zu, Entwickler oder Publisher zu beleidigen. Wie Bethesda beziehungsweise Zenimax nun weiter mit dem Problem umgehen werden, wird sich zeigen.

Wir erraten euren Musikgeschmack anhand der Spielgewohnheiten

Was haltet ihr von all dem Drama? Habt ihr beim Hören des Soundtracks bemerkt, dass der Klang bis auf wenige Songs breiig und unklar ist, oder ist euch gar nichts negativ aufgefallen? Schreibt es uns in die Kommentare!

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