Switch- Modder möchte Spielern nur helfen, doch Nintendo sieht das anders

von Martin Schwarz (Donnerstag, 18.06.2020 - 13:48 Uhr)

Dass mit Nintendo nicht zu spaßen ist, wenn es um Urheberrechtsverletzungen geht, ist schon seit längerem bekannt. Anstatt Fan-Projekte einzustampfen, wehrt sich der Konzern derzeit gegen Modchips für Nintendo Switch. Dabei geht Nintendo auch gegen einzelne Modder vor.

Nimm das! Wer gegen Nintendo eine Urheberrechtsverletzung begeht, hört schneller vom Anwalt als ihr "Einspruch" sagen könnt.Nimm das! Wer gegen Nintendo eine Urheberrechtsverletzung begeht, hört schneller vom Anwalt als ihr "Einspruch" sagen könnt.

Nintendo: Keine Macht den Raubkopien

Egal ob Zelda-Maker oder Pokémon Uranium, wer in Nintendos Augen eine Urheberrechtsverletzung begeht, bekommt ganz schnell Post vom Anwalt. Doch der Konzern wehrt sich auch gegen echte Probleme.

Wie Arstechnica berichtet, zog Nintendo im vergangenen Monat vor Gericht, um Einzelhändler vom Verkauf neuer Mod-Chips für die Switch abzuhalten. Diese Chips, mit dem Namen Switch SX Core und Switch SX Core Lite, sollen es ermöglichen, auf den verschiedenen Switch-Modellen Raubkopien zu spielen.

Nun nimmt Nintendo auch einzelne Modder ins Visier, die den Einbau dieser Chips anbieten. Einer dieser Modder ist Ben Van Rheen, der Gründer der in Connecticut sitzenden Logistics Consulting LLC. Auf der Website seines Unternehmens biete er für 60 US-Dollar den Einbau der Chips an. Obwohl er auf seiner Website betont, dass er die Chips nur einbaut und nicht verkauft, werde er von Nintendo dazu aufgefordert, den Dienst einzustellen.

Doch Van Rheen reagiert mit Unverständnis: „Ich bringe nur den Chip an. Was daran verletzt bitte das Urheberrecht?“ Er beteuere auch zu verstehen, dass mit den Chips Raubkopien auf der Switch gespielt werden können. Allerdings sei sein Hauptinteresse Spielern zu ermöglichen, ihre Speicherstände auf eine externe SD-Karte zu verschieben.

Er gibt weiterhin an: „Es ist ja nicht so, dass ich SD-Karten mit Raubkopien darauf verkaufe. Es ist nur möglich durch diesen Chip Raubkopien auf der Switch zu spielen. Schau dir ein Messer an – Es ist möglich damit jemanden zu töten, oder du benutzt es einfach nur um Zwiebeln zu schneiden.“

Allen Messervergleichen zum Trotz sei Nintendo jedoch im Recht, wie der in Dallas tätige Anwalt und früherer Autor des Blogs Law of the Game Mark Methenitis sagt. Denn Van Rheen verstoße mit dem illegalen Handel gegen Bestimmungen des Digital Milenium Copyright Act. „Ich denke nicht, dass Nintendo hier nachgibt. Der Konzern ist sehr versessen darauf, jeden Teil der Handelskette für diese Chips lahmzulegen und ein Installateur ist nun mal ein Teil dieser Kette.“

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Dass Nintendo sich gegen Urheberrechtsverletzungen zur Wehr setzt, ist gemeinhin bekannt. Diesmal muss aber kein Fan-Projekt dran glauben, sondern Nintendo unterbindet das Spielen von Raubkopien. Was sagt ihr dazu, findet ihr das Verhalten des Konzerns berechtigt oder übertreibt Nintendo? Erzählt es uns gerne in den Kommentaren.

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