"Zeitverschwendung": Podcast-Star Joe Rogan verteufelt Videospiele

von Gregor Elsholz (Montag, 27.07.2020 - 17:07 Uhr)

Der prominente Moderator, Comedian und UFC-Kommentator Joe Rogan hat in seinem Podcast ein hartes Urteil über Gaming gefällt - was zu empörten Reaktionen aus der Branche geführt hat.

Joe Rogan ist kein Fan von Videospielen.Joe Rogan ist kein Fan von Videospielen.

In seinem Podcast "The Joe Rogan Experience" hat Gastgeber Joe Rogan in gewohnt unzensierter Manier seine Meinung über Videospiele kundgetan. Seine Haltung hat dabei einige kritische Stimmen hervorgerufen – unter anderem meldete sich Streamer und E-Sportler Ninja zu Wort.

Gaming ist für Rogan nicht sinnvoll, sondern gefährlich

Joe Rogan hatte in Folge 1514 seines Podcasts den CEO des Extremsport-Events Death Race, Joe De Sena, zu Gast. Im Zuge ihrer Unterhaltung erklärte Rogan, dass Videospiele ein "echtes Problem" seien. Laut Rogan machen Games zwar "verdammt viel Spaß", doch genau darin liege die Gefahr. Er bestätigte seinen Gast darin, dass sie zu Abhängigkeiten führen könnten, den Spielern jedoch keinerlei praktischen Nutzen bieten würden.

Rogan verglich Gaming daraufhin mit Jiu-Jitsu und sagte, dass eine Leidenschaft dafür zu echten beruflichen Möglichkeiten führen könnte, während beim Gaming die Gefahr bestünde, nach drei Jahren immer noch dieselbe Person zu sein und seine Zeit verschwendet zu haben.

Von dort führte die Konversation hin zum E-Sports-Bereich und Rogan betonte, dass professionelle Gamer für eine erfolgreiche Karriere äußerst anpassungsfähig und talentiert in mehreren Spielen sein müssten.

Ihr könnt euch Rogans Meinung zum Gaming hier im Video ab Minute 45 anhören:

Streamer Ninja reagiert auf Rogans Kommentare

In einer früheren Folge seines Podcasts hatte Joe Rogan seine eigene schwierige Beziehung zu Videospielen bereits dargelegt. Er hatte darüber gesprochen, wie er eine Abhängigkeit entwickelte, die ihn sogar physisch beeinträchtigte. Von daher ist es nachzuvollziehen, dass seine persönliche Sicht auf die Gaming-Industrie eher negativ gefärbt ist.

Viele Twitter-Nutzer reagierten dennoch äußerst emotional auf Rogans Kommentare und kritisierten seine Worte. Der Wirbel um die Podcast-Folge wurde sogar so groß, dass Streamer Ninja ebenfalls seine Einschätzung zu dem Thema abgab. Er erklärte, dass es diverse andere Karriere-Möglichkeiten in der Gaming-Industrie gäbe, wie zum Beispiel Streamer, Coach oder Content Creator. Abschließend bot er Rogan an, seinen Podcast zu besuchen, um weiter über das Thema zu reden.

Meinung von Gregor Elsholz

Videospielabhängigkeit ist ein ernstzunehmendes Problem, das in jedem Fall mehr Aufmerksamkeit erfordert. Trotz seiner persönlichen Erfahrung damit, konnte Joe Rogan mit seiner Gaming-Tirade aber nichts Produktives zu dem Thema beitragen. Sein kurzer Monolog war zu oberflächlich und verallgemeinernd, sodass eine sinnvolle Botschaft nicht zu erkennen war.

Rogans Einschätzung von Gaming als sinnlose Zeitverschwendung ist ein veraltetes Totschlag-Argument, das nicht nur Games die Stellung als künstlerisches Medium abspricht, sondern gleichzeitig ein äußerst freudloses Lebensbild vermittelt - bei dem jede Tätigkeit auf eine spätere Karriere hinführen muss. Dass er dazu ausgerechnet Jiu-Jitsu als Paradebeispiel für eine gute Entscheidung wählt, wirkt fast wie eine Parodie.

Auch seine Einschätzung von Berufsaussichten in der Gaming-Branche ist leider inkorrekt. Als Games-Redakteur kann ich persönlich bezeugen, dass ein ausgeprägtes Interesse an Videospielen auch abseits des professionellen E-Sports-Bereichs durchaus Job-Möglichkeiten eröffnen kann.

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