AC: Valhalla - Entwickler wurden von mutiger Entscheidung abgehalten

von Martin Hartmann (Mittwoch, 05.08.2020 - 12:06 Uhr)

Nach den vielen Ubisoft-Skandalen, die in den letzten Jahren immer wieder ans Licht traten, meldet sich nun ein Entwickler von Assassin's Creed: Valhalla zu Wort. Angeblich sollte der nächste Serienteil etwas komplett Neues wagen.

Assassin's Creed: Valhalla - Entwickler wollten veraltete Tradition brechen - und wurden abgewürgt.Assassin's Creed: Valhalla - Entwickler wollten veraltete Tradition brechen - und wurden abgewürgt.

Ubisoft lernt nicht dazu

Ubisoft sammelt Sexismus-Skandale mittlerweile wie Pokémon-Karten. Erst vor kurzem wurde so zum Beispiel detaillierter darüber berichtet, wie falsch Vorgesetzte ihre weiblichen Kolleginnen behandelten. Und auch die Ideen mutiger Entwickler wurden in der Vergangenheit immer wieder abgelehnt – was natürlich auch Assassin’s Creed: Valhalla betrifft.

Sebastian Dellaria, ein Künstler, der mit Ubisoft zusammengearbeitet hat, tritt nun an die Öffentlichkeit um noch mehr über die Einstellung des Unternehmens zu Frauen zu verraten. Angeblich sollte so auch das am 17. November 2020 erscheinende Assassin's Creed: Valhalla, wie Assassin’s Creed: Odyssey, ursprünglich nur eine Protagonistin haben.

Assassin's Creed: Valhalla - Eivor ist ein reiner Frauenname

Der Vorstand habe aber auch hier wieder verlangt, dass die Entwickler zumindest ein männliches Gegenstück erschaffen. Obwohl auch schon Cassandra in Odyssey die erste und einzige Wahl der Entwickler war, wurde das Spiel von Ubisoft mit dem männlichen Alexios beworben.

Ein Beweis dafür, dass Eivor ursprünglich nur weiblich sein sollte, ist der Name. Obwohl auch der männliche Charakter „Eivor“ heißt, ist dies, wie VG247 anmerkt, ein reiner Frauenname.

Originalmeldung vom 22.07.2020 - 15:56 Uhr

Frauenfeindliche Arbeitskultur wirkte sich auf Assassin's Creed aus

Eigentlich hätte Kassandra die einzige Protagonistin von Assassin's Creed: Odyssey sein sollen. Die Chef-Etage von Ubisoft hatte jedoch Einwände: "Frauen verkaufen sich nicht gut".

Der Videospieljournalist Jason Schreier bringt mit einem Bericht bei Bloomberg (kostenpflichtiger Artikel) die frauenfeindliche Arbeitskultur ans Licht, die über Jahre hinweg bei dem Videospielhersteller vorherrschte.

Auf Twitter gibt Schreier einige Beispiele, die in den Gesprächen mit über 40 Angestellten zu Tage traten. Das Verhalten des ehemaligen Chief Creative Officers Serge Hascoët ist dabei besonders erschreckend:

Er habe die Möglichkeit gehabt, einem Spiel mit nur einem Wort grünes Licht zu geben oder es in der Versenkung verschwinden zu lassen. Als eine weibliche Angestellte während eines Meetings die Toilette besuchte, habe er ein Video eingeschaltet, in dem der Geschlechtsverkehr mit einer Frau mit dem selben Namen beschrieben wurde.

Ubisoft-CEO sieht sein "Vertrauen missbraucht"

Ubisoft-CEO Yves Guillemot äußert sich zu den Vorwürfe einer sexistischen Arbeitskultur. Er sei entschlossen Veränderungen durchzuführen und die Unternehmenskultur zu verbessern und zu stärken.

So soll es unter anderem eine komplett neue Position geben, die sich nur um Inklusion und Diversität kümmert. Gleichzeitig sollen Mitarbeiter mehr Möglichkeiten bekommen, sich anonym zu beschweren und Führungskräfte erhalten Boni, wenn sie zu einer positiveren Arbeitskultur beitragen.

Konkrete Kritikpunkte, wie das Verhalten des ehemaligen Chief Creative Officers Serge Hascoët oder die Blockade von weiblichen Protagonisten in Spielen werden allerdings nicht angesprochen. In einer Telefonkonferenz, die einer Pressemitteilung beiliegt, behauptet er stattdessen von nichts gewusst zu haben. Stattdessen wirft er anderen vor, sein "Misstrauen missbraucht zu haben".

In jedem Fall steht Guillemot nicht gut da. Entweder war er all die Jahre vollkommen ahnungslos oder er beschloss seine Augen davor zu verschließen.

Auch wenn einige der problematischen Figuren die Firma inzwischen verlassen haben, muss Ubisoft sicherstellen, dass es mit der sexistischen Unternehmenskultur ein Ende hat. Wer glaubt, dass sich Spiele mit starken Frauen nicht verkaufen, sollte wohl einmal Bekanntschaft mit Lara Croft, Aloy und Samus Aran machen.

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