Videospielkultur

Dreister Betrug: Druckerpatronen für 1,3 Mio. Dollar geklaut, um Videospiele zu kaufen

von Johannes Repp (Donnerstag, 08.10.2020 - 17:24 Uhr)

Ein Bibliothekar wollte – verständlicherweise – mehr Geld für sein Hobby, also Videospiele, zur Verfügung haben. Das bekam er auch. Und zwar reichlich. Nur eben nicht rechtens.

Millionen für VR, Drohnen und Staubsauger

Der gute Randall Whited arbeitete im texanischen Austin, USA als Bibliothekar in der Stadtbibliothek. Eines Tages dachte er sich, dass sein Gehalt für die ganzen tollen technischen Spielereien, die es so gibt, einfach nicht ausreicht. Also fing er an, für seinen Arbeitsplatz Druckerpatronen zu bestellen. Eine MENGE Druckerpatronen.

Im Zeitraum zwischen 2007 und 2019 wurden so Patronen im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar geordert – von denen ein Großteil in Whiteds Garage landete. So „verdiente“ sich der Jetzt-nicht-mehr-Bibliothekar stolze 1,3 Millionen US-Dollar. Zusätzlich gab er knappe 18.000 Dollar Bibliotheks-Budget für VR-Headsets und Zubehör, Videospiele, Drohnen und Staubsauger-Roboter aus.

Über 12 Jahre unbemerkt – Lester wäre stolz

Der Auf-gar-keinen-Fall-mehr-Bibliothekar hatte Zugriff auf zehn Kreditkarten der Bibliothek, über die er die Käufe immer wieder abwickelte. Das fiel niemandem auf – bis zwölf Jahre nach Start des Geldregens jemand die Rechnungen überprüfte und siehe da: die Bestellungen für Druckerpatronen lagen etwas über dem Budget. Knappe 150.000 US-Dollar wären für den Zeitraum eine normale Summe an Ausgaben gewesen. Ein kritischer Komma-Fehler? Wohl kaum.

Der Mittlerweile-defnitiv-und-ganz-bestimmt-Ex-Bibliothekar flog im März 2019 auf, als er bei einem seiner Coups gefilmt wurde. Eine Überwachungskamera zeichnete auf, wie er große Kisten in sein privates Auto lud und damit nach Hause fuhr. Dort lagerte White die Druckerpatronen in seiner Garage, von wo aus er sie Online weiterverkaufte. Im September flatterte dann statt Geldscheinen eine Klage ins Haus – demnächst findet eine Anhörung wegen Betruges und Diebstahl statt. In GTA 5 sieht das irgendwie anders aus.

Geld für Videospiele mit Videospielen verdienen – es kann so einfach (und vor allem legal) sein:

Wer mit seinem Gehalt nicht zufrieden ist, sucht nach finanziellen Alternativen. Das ist selbstverständlich legitim. Wer jedoch, wie in diesem Fall, zu Betrugsmaschen greift, um sich seine digitallen, virtuellen und mechanischen Hobbys zu finanzieren, hat jede Strafe verdient, die ihm aufgebrummt wird.

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