Geheime Absprachen: Valve, Bethesda und Co. müssen Millionen-Strafe zahlen

von Mandy Strebe (Donnerstag, 21.01.2021 - 14:21 Uhr)

Mehrere Publisher treffen geheime Absprachen und verstoßen damit gegen Gesetze. Jetzt müssen sie blechen. (Bildquelle: GettyImages/lolostock.)Mehrere Publisher treffen geheime Absprachen und verstoßen damit gegen Gesetze. Jetzt müssen sie blechen. (Bildquelle: GettyImages/lolostock.)

Die Europäische Kommission bittet Valve, Bethesda und weitere Publisher zur Kasse. Der Grund: Geheime Absprachen um Steam-Keys führten zu Beschränkungen für die Spieler.

Geoblocking von Steam-Keys

Insgesamt sollen Valve und fünf weitere Publisher fast 8 Millionen Euro Strafe zahlen. Das beschloss die Europäische Kommision, wie Eurogamer berichtet. Die Publisher haben ihre PC-Spiele auf der Plattform Steam mit einem Geoblock für die Spieler ausgestattet, was gegen die europäischen Kartellregeln verstößt.

Die Publisher haben in Absprache mit Valve Steam-Keys angefordert und beschlossen, in welchen Ländern diese aktivierbar sind. Dann habe der jeweilige Publisher die Steam-Keys mit Geoblocking auf Online-Plattformen (wie Keyseller und Online-Shops) in unterschiedlichen europäischen Ländern angeboten. Wenn zum Beispiel ein Key eines PC-Spiels bei einem polnischen Distributor erworben wurde und dann in Deutschland auf Steam eingelöst wird, ist eine Aktivierung für den Spieler nicht möglich.

Die auferlegten Geldstrafen seien für die Publisher etwas niedriger ausgefallen, weil sie in dem sieben Jahre langen Prozess mit der EU-Kommission kooperiert haben. Bei den beteiligten Publishern handelt es sich um ZeniMax (Bethesda), Capcom, Bandai Namco, Koch Media und Focus Home. Bis auf Capcom mit 15 Prozent, haben alle weiteren Publisher einen Erlass der Geldstrafe von zehn Prozent erhalten. Die Höhe der Strafen sei wie folgt:

  • ZeniMax: 1.664.000 Euro
  • Capcom: 396.000 Euro
  • Bandai Namco: 340.000 Euro
  • Koch Media: 977.000 Euro
  • Focus Home: 2.888.000 Euro

Valve weigert sich, die Strafe anzuerkennen

Valve habe sich laut der Kommission geweigert, in dem Prozess zu kooperieren und daher eine härtere Strafe erhalten als nötig. Valve muss 1,6 Millionen Euro zahlen. Dies sind wahrscheinlich keine besonders schädlichen Beträge für die Beteiligten, doch kann die Entscheidung der Kommission in weiteren gerichtlichen Prozessen zu weiterem Ärger für die Publisher führen.

Marktwettbewerber wie andere Publisher-Firmen könnten nämlich gegen diesen illegalen Wettbewerbsvorteil, der aus dem Geoblocking entstand, vorgehen.

Valve bestreitet den Vorwurf gegen die Kartellregeln verstoßen zu haben und möchte Einspruch erheben. Zudem habe Valve während der Ermittlungen sehr wohl mit der Bereitstellung von Beweisen und Informationen während der Ermittlungen kooperiert. Valve hätte das Geoblocking sogar wieder deaktiviert.

Wirklich passiert oder von uns ausgedacht?

Geoblocking verstößt in der EU gegen geltendes Recht. Die geheimen Absprachen zwischen den Publishern kommen Spielern nämlich zum Nachteil. Hattet ihr schon einmal Probleme mit der Aktivierung eines Steam-Keys aufgrund von Geoblocking? Besucht uns gerne auf Facebook und berichtet uns dort in den Kommentaren von euren Erfahrungen.

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