Umstrittener Militär-Shooter: Publisher lenkt nach Kritik ein

von Mandy Strebe (Mittwoch, 10.03.2021 - 12:55 Uhr)

Der Publisher von Six Days in Fallujah rudert nach heftigem Shitsorm zurück.Der Publisher von Six Days in Fallujah rudert nach heftigem Shitsorm zurück.

Der Militär-Shooter Six Days in Fallujah hat nach wie vor einen schweren Weg zum Release. Eine diskussionswürdige Aussage in einem Interview hatte erneut für heftige Kritik gesorgt. Jetzt zeigt sich der Publisher jedoch versöhnlich und lenkt mit einem neuen Statement ein.

Update vom 10. März - 12:55 Uhr:

Six Days in Fallujah: Entwickler geben Statement nach Kritik

Der umstrittene Miltär-Shooter Six Days in Fallujah musste nach einem Interview mit dem führenden Kopf bei Publisher Victura, Peter Tamte, herbe Kritik einstecken. Besonders die Kernaussage, der Shooter wolle kein politisches Statement setzen, sorgte in der Presse für Aufregung. Der auf wahren Ergeinissen beruhende Shooter thematisiert die zweite Schlacht von Fallujah, welche sich im Irak-Krieg ereignete.

Jetzt rudert der Publisher mit einem neuen Statement auf Twitter zurück und gibt zu, "Die Ereignisse in Six Days in Fallujah sind untrennbar von Politik":

Der Shooter soll verschiedenen Perspektiven eine Stimme verleihen, indem es die Erlebnisse von Marines, Soldaten und Zivilisten mithilfe von Gameplay und Doku-Material nacherzählt. Dabei haben bisher 26 verschiedene Einzelpersonen ihre Erfahrungen mit den Entwicklern geteilt.

Besonders der Dokumentar-Aspekt soll kritische Themen näher beleuchten und eine Einordnung der politischen Entscheidungen vornehmen, die zur Schlacht in Fallujah und zu den Folgen geführt haben.

Auch die von der Presse viel kritisierte Verschleierung des Einsatzes von Phosphorgranaten soll mithilfe der Dokumentar-Mitschnitte besser thematisiert werden, auch wenn es Spielern nicht möglich sein wird, diese Waffen aktiv im Gameplay einzusetzen.

Im Gameplay werden Spieler an Geschichten von Soldaten und Zivilisten teilnehmen, die durch Doku-Inhalte den richtigen Kontext erhalten werden, um so der nötigen Komplexität des Themas gerecht zu werden.

Was sagt ihr zu dem Versuch des Publishers, der Kritik zum Militär-Shooter entgegenzuwirken? Wie schätzt ihr Six Days in Fallujah ein? Werdet ihr es spielen, wenn es 2021 erscheint? Besucht uns auf Facebook und schreibt uns eure Meinungen dazu gerne in die Kommentare.

Update vom 16. Februar - 14:42 Uhr:

Six Days in Fallujah: Interview sorgt für ordentlich Kritik

In einem Interview mit Polygon hat der Publisher des umstrittenes Militär-Shooters Six Days in Fallujah, der echte Erlebnisse des Irak-Krieges thematisiert, erneut beteuert, dass das Spiel sich von einer politischen Botschaft distanzieren möchte.

Stattdessen soll das Spiel Empathie für amerikanische Truppen, ihre Taten im Kampf gegen die Aufständischen und die irakischen Zivilisten, die zwischen die Fronten geriten, erzeugen.

Es soll um die schwierige Rolle gehen, die Soldaten in einem Stadtkampf einnehmen müssen. Führender Publisher Peter Tamter sagt dazu folgendes:

"Es geht um die Erfahrungen des Individuums, das jetzt wegen den politischen Entscheidungen anderer dort (im Krieg) ist. Und wir möchten zeigen, wie Entscheidungen, die von Politikern getroffen werden die Entscheidungen der Marines beeinflussen, die sie auf dem Schlachtfeld treffen müssen. So wie dieser Marine die Entscheidungen der Politiker nicht überdenken kann, versuchen wir keine politische Botschaft darüber zu machen, ob der Krieg ansich eine gute oder schlechte Idee war."

Sowohl Polygon, als auch Kotaku lassen deutlich durchscheinen, das dieser Ansatz, wie schon zuvor in 2009, durchaus zu kritisieren ist.

Wir fragen uns, ob ein Spiel über einen tatsächlich stattgefundenen Krieg, der politisch motiviert war, sich gänzlich seiner politischen Verantwortung entziehen kann, indem es Hintergründe komplett außen vor lassen und Soldaten als die Opfer politischer Entscheidungen darstellen möchte.

Für uns klingt das alles sehr politisch und die Aussagen der Publisher sind daher mit einigen Widersprüchen gespickt. Bleibt abzuwarten, wie der Militär-Shooter die Ereignisse letztendlich vermitteln und am Ende vielleicht doch die richtigen Diskussionen lostreten kann.

Originalmeldung vom 11. Februar:

Six Days in Fallujah stellt wahre Geschichte des Irak-Krieges nach

Der taktische Militär-Shooter Six Days in Fallujah erzählt die Ereignisse der härtesten Schlacht des Irak-Krieges von 2004 nach. Das besondere bei der Produktion des Shooters: Sie hebt sich ganz stark von den üblichen Genrevertretern ab, indem sie auf Grundlage von persönlichen Geschichten, Fotographien und Videoaufnahmen von über 100 Soldaten und irakischen Zivilisten basiert:

Six Days in Fallujah: Ankündigungstrailer

Hinter dem authentischen Militär-Shooter steht die ehemalige Halo- und Destiny-Leitung und liegt in den Händen der Entwickler von Victura und Highwire Games. Die ursprüngliche Idee für den durchaus kontroversen Shooter hatte der ehemalige Marine Seargent Eddie Garcia, der damals selbst in der Schlacht dabei war und verwundet wurde. Zur Motivation hinter der Idee sagt er folgendes:

“ Manchmal ist die einzige Möglichkeit, herauszufinden, was wirklich geschah, die Realität selbst zu erleben. Krieg steckt voller Unsicherheiten und schwierigen Entscheidungen, die von niemandem verstanden werden können, der vor dem Fernseher oder der Kinoleinwand sitzt und dabei zusieht, wie jemand anderes die Entscheidungen für einen trifft. Videospiele können uns wie kein anderes Medium helfen, Ereignisse aus dem echten Leben zu verstehen.“

Durch die dreijährige enge Zusammenarbeit mit Marines und Soldaten sollen die Entwickler einzigartige Technologien und Spielmechaniken erarbeitet haben, die Spieler nah an die Unsicherheiten und Taktiken moderner Gefechte bringen sollen.

Six Days in Fallujah war eigentlich schon eingestellt

Der Shooter ist bereits 2009 angekündigt, dann aber vom ehemaligen Publisher Atomic Games fallen gelassen worden. Grund dafür waren etliche Kontroversen, ob ein Videospiel dafür geeignet sei, anspruchsvolle und herausfordernde Ereignisse aus der echten Welt abzubilden. Die moralische Komponente solch traumatischer Erfahrungen dürfte auch diskutabel sein.

Six Days in Fallujah soll nun noch 2021 auf dem PC und den gängigen Konsolen erscheinen.

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