Videospielkultur

3 Spiele – dieselbe Hölle: Dabei liegt ihr Ursprung fast 50 Jahre zurück

von Michael Sonntag (Montag, 21.06.2021 - 08:19 Uhr)

Viele Entwickler greifen die Idee der "Zone" auf. Dabei liegt ihr tatsächlicher Ursprung fast 50 Jahre zurück.
Viele Entwickler greifen die Idee der "Zone" auf. Dabei liegt ihr tatsächlicher Ursprung fast 50 Jahre zurück.

Städte, Burgen, Inseln, Raumstationen – in Videospielen können wir viele interessante Orte bereisen und erkunden. Allerdings gibt es einen ganz besonderen Schauplatz für mich, der alle anderen Gebiete übertrifft. Viele Entwickler haben ihn bereits in ihren Spielen verarbeitet. Aber egal, wie sehr er sich wandelt, er bleibt immer gleich unheimlich und geheimnisvoll.

Voller Beute und voller Gefahren: Willkommen in der Zone!

Von Stalker bis The Division 2 – dieser Ort hat in jedem Videospiel einen anderen Namen, aber das Prinzip bleibt immer dasselbe: Ursprünglich war er ein ganz normaler Flecken Erde gewesen, aber dann hat ein brutales Ereignis ihn radikal verändert. Seitdem ist er verlassen und birgt genauso viele Gefahren wie Schätze. Deswegen gibt es viele Leute, die ihn aufsuchen, und ebenso viele, die nicht zurückkehren. Das Faszinierende: Diese "Hölle" stammt dabei gar nicht aus dem Videospielbereich, sondern basiert ursprünglich auf einem nun fast 50 Jahre alten Roman.

Im Jahr 1971 brachten die sowjetischen Autoren Arkadi und Boris Strugazki ihr Werk Picknick am Wegesrand heraus. In diesem haben Außerirdische die Erde besucht und dutzende Objekte an verschiedenen Stellen zurückgelassen. Diese kontaminierten Gebiete werden "Zonen" genannt, in die sich Schatzsucher begeben, um das außerirdische Material zu bergen und es verschiedenen Auftraggebern zu bringen. Während viele Schatzsucher den Anomalien in diesen Gebieten zum Opfer fallen, setzt der Protagonist alles aufs Spiel, um das größte Geheimnis zu finden: Eine mysteriöse Kugel.

Die Zone aus Stalker, die Oberfläche aus Metro 2033, die Dark Zone aus The Division: Sie alle entwickeln einen besonders interessanten Höllenort weiter.
Die Zone aus Stalker, die Oberfläche aus Metro 2033, die Dark Zone aus The Division: Sie alle entwickeln einen besonders interessanten Höllenort weiter.

Ein unglaubliches Mysterium, ein unglaublicher Horror: Im Jahr 2007 widmet sich Stalker - Shadow of Chernobyl als erstes Videospiel dieser großartigen Idee. Hier soll der Spieler eine mysteriöse Zone im zerstörten Chernobyl erkunden, herausfinden, wer er ist und in den Reaktor vordringen. Über die Jahre wird die ursprüngliche Inspiration immer weiterentwickelt und anders interpretiert. So taucht die Zone erneut in Metro 2033 (aus dem Jahr 2013) als eisige Oberfläche auf, das verstrahlte und von Monstern überlaufende Gebiet einer Apokalypse, in das die mutigen Stalker immer wieder reisen, während der Rest der Überlebenden im unterirdischen U-Bahn-System lebt.

Im Jahr 2016 veröffentlicht Entwickler Massive Entertainment seinen postapokalyptischen MMO-Shooter The Division und bietet den Spielern im Endgame eine besondere Herausforderung: Diese können in die Dark Zone reisen, das gefährlichste Anarchie-Gebiet in New York. In erbarmungslosen PVP-Kämpfen können die Spieler hier auch die besten Beutestücke ergattern, sofern sie es lebend nach draußen schaffen. Egal ob diese Hölle nun die Zone, die Oberfläche oder die Dark Zone genannt wird – mich begeistert dieser Ort, der voller Gefahren und Geheimnisse steckt und dabei mit mysteriösen Schätzen lockt. Ein düsteres Eldorado gewissermaßen.

Ein faszinierendes Videospielkonzept, das in mir einen ewigen Erkundungsdrang und eine nie enden wollende Abenteuerlust weckt. Während man sich nun viele weitere Stunden mit der Frage beschäftigen könnte, ob Spiele wie DayZ oder Silent Hill ebenfalls mit der Zonen-Idee verwandt sein könnten, würde ich mich freuen, wenn noch andere Entwickler dieses Konzept weiterentwickeln würden, sowohl im Singleplayer als auch im Multiplayer. Momentan ruht meine gesamte Hoffnung auf Chernobylite und Stalker 2, die diesen Vibe unglaublich gut einfangen. Die Zone ist ein Ort für mich wie kein anderer im Videospielbereich.

Stalker 2 lässt euch endlich in die Zone zurückkehren:

Viele Gefahren, viele Geheimnisse, viele Schätze – in einer kompakten Übersicht habe ich die Entwicklung der Zone von ihrem Ursprung im sowjetischen Roman bis zum aktuellsten Beispiel im Shooter-Genre skizziert. Fallen euch noch weitere Beispiele ein, die mit der ursprünglichen Idee verwandt sein könnten? Wie findet ihr dieses Konzept allgemein? Schreibt es uns gerne in den Kommentarbereich auf Facebook.

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