Die Sims 4

Love is Love: Warum Die Sims 4 das perfekte Spiel ist, um sich auszuprobieren

von Mandy Strebe (Freitag, 25.06.2021 - 11:03 Uhr)

Die Sims 4 bekennt seit Anfang an Farbe – und profitiert dadurch von einer bunten Community. Bildquelle: EA, Reddit/Wasting_Night, Getty Images/Chinnapong.
Die Sims 4 bekennt seit Anfang an Farbe – und profitiert dadurch von einer bunten Community. Bildquelle: EA, Reddit/Wasting_Night, Getty Images/Chinnapong.

Wir feiern immer noch den Pride-Month und damit die Vielfalt – auch in Gaming-Communities. Die Sims 4 bringt gleich mehrere Voraussetzungen mit, die dabei helfen, sich spielerisch auszuprobieren. Auch in Hinblick auf Sexualität und Geschlecht. Warum gerade Die Sims dabei eine besondere Rolle einnimmt, schauen wir uns jetzt einmal genauer an.

Die Sims lässt dich du selbst sein – ganz ohne Scham

Es erscheint ziemlich einleuchtend, dass eine Lebenssimulation wie Die Sims 4 dazu einlädt, sich spielerisch in alle möglichen Richtungen auszuprobieren. Möchte man meinen. Denn viele moderne Videospiele tun sich immer noch schwer damit, eine bunte und vielfältige Gesellschaft abzubilden.

Was in der Realität nicht akzeptiert und sichtbar gemacht wird, kann seinen Weg auch nicht in die Medien finden – oder eben nur schwer. Dies betrifft viele Themen, die im echten Leben immer noch mit Tabus, Verboten, Stigmen, Scham oder sogar einem Risiko behaftet sind.

Ich selbst identifiziere mich als heterosexuelle Frau und musste mich deshalb nie Schwierigkeiten stellen, die meine Sexualität betreffen. Dennoch habe ich mit Die Sims wichtige Grenzen ausloten können, um mehr über mich und meine Identität zu erfahren. Auf dieses Phänomen gehe ich genauer in meiner Kolumne "Ich lebe meine dunkle Seite aus" ein. Diese zeigt sehr deutlich, dass der virtuelle Raum in Videospielen ein Safe Space für jegliche tabuisierte oder für uns empfindliche Themen sein kann.

Die queere Community findet ein Zuhause in Die Sims 4

Die Sims 4 leistet einen außerordentlich guten Job, wenn es darum geht, diverse Erfahrungen rund um die Sexualität oder das eigene Geschlecht zuzulassen. Die Lebenssimulation stellt in der Hinsicht einen sicheren Hafen dar, mit dem Spieler mehr zu sich selbst finden können.

Anlässlich des Pride-Month hat EA mit neun Mitgliedern der Community (sogenannte Simmer) gesprochen und sie in einem Blogeintrag zu Wort kommen lassen.

Darin erzählen sie ausführlich und auf interessante Weise, wie gerade Die Sims 4 ihnen dabei geholfen hat, sich als queere Person zu entdecken, wohlzufühlen oder sogar zu outen.

Und vor allen Dingen, wie sie andere Mitglieder der Community dazu ermutigen, wirklich sie selbst zu sein.

Ihr wollt mehr Informationen zum Queer Gaming? Dann solltet ihr diesen ausführlichen Artikel lesen.

Einer dieser Simmer ist der Twitch-Streamer eyAnton. Er spielt seit 21 Jahren Die Sims und ist ein trans Mann. Die Sims zu spielen, hat ihm tatsächlich geholfen, seine Identität öffentlich zu leben.

Die Repräsentation von trans Männern, die in Die Sims 4 sogar Kinder gebären können, begeistert ihn sehr:

"In Die Sims ist Liebe einfach Liebe und nicht auf Geschlechter oder Identitäten festgelegt. In meinen Lieblingsspielen war ich mit Bob Pancakes liiert und hatte Kinder mit ihm, denn in Die Sims kann man Transgender-Männer erstellen, die trotzdem schwanger werden können!"

Auch CaroloVazquez hat schon im Jahr 2000 zu Die Sims gefunden, ihren ersten Kuss mit einem Mädchen erlebte sie darin virtuell:

"Ich glaube, in Die Sims habe ich meine ersten Erfahrungen mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen gesammelt, und das war großartig. Anfang der 2000er Jahre war ich ein 7-jähriges Mädchen, und niemand sprach über LGBTQ+-Probleme."

Die Möglichkeit, dies im Spiel auszuprobieren, habe ihr viel bedeutet. "Repräsentation ist sehr wichtig, nicht nur in Fernsehsendungen und Filmen, sondern auch in Videospielen", erzählt sie im Blog.

Und genau diese Repräsentation fördert EnglishSimmer. Sie spielt seit dem Jahr 2000 selbst Die Sims und fühlte sich dadurch ermutigt, eine eigene Reihe auf ihrem YouTube-Kanal zu erschaffen, die LGBTQ+-Geschichten erzählt.

Damit trägt Die Sims indirekt dazu bei, eigene Inhalte zu kreieren, die das Thema wieder aufgreifen:

"Ich hätte nie gedacht, dass ich mich wagen würde, meine Sexualität so offen nach außen zu tragen, also eine ganze Reihe LGBTQ+-Geschichten ins Leben zu rufen, aber immer wenn jemand kommentierte, dass er die Reihe großartig findet oder sie ihm geholfen hat, sich wahrgenommen und repräsentiert zu fühlen, was in den traditionellen Medien nicht der Fall war, machte mein Herz einen Hüpfer."

Dass Die Sims ein absoluter Safe Space sein kann, erlebte auch der spanische YouTuber Mprin, der seit 2000 in der Welt von Die Sims zu Hause ist. Sehr berührend erklärt er:

"Ich kann wirklich sagen, dass ich in Die Sims zum ersten Mal ich selbst war. Das Spiel hat mir geholfen, mich selbst zu entdecken, ohne Angst vor irgendetwas oder irgendjemandem haben zu müssen. Während die reale Welt um mich herum mich ablehnte, fühlte ich mich von der Simmer-Community akzeptiert."

Und auch wenn er selbst mit seinem YouTube-Kanal als Inspiration für viele Mitglieder der LGBTQIA+-Community gilt, wird er ebenso immer wieder durch andere Spieler inspiriert. Denn auch wenn Die Sims 4 vieles richtig macht, gibt es immer noch einiges zu tun, wie Mprin weiter ausführt:

"Aber vor allem fühle ich mich durch diejenigen inspiriert, die dafür kämpfen, dass Spiel inklusiver zu gestalten, wie zum Beispiel die Black Community. Teil der Simmer-Community zu sein, macht mich wirklich stolz und zufrieden."

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Knutsch‘ wen du willst: Die Sims ist ein Vorreiter

Die Sims ging immer schon einen Schritt weiter, als es das echte Leben zuließ. Eben weil es virtuell ist, darf es nicht nur ganz ungehemmt auch manch moralisch bedenkliche Grenze überschreiten. Ja, ich schaue die Menschen an, die ihre Sims hämisch im Pool ertrinken lassen.

Sondern auch für queeres Gaming hat es Grenzen schon früh aufgelöst, wo im echten Leben immer noch Widerstände herrschten. Damit waren EA und Maxis im Jahr 2000 schon Vorreiter.

Seit dem ersten "Die Sims"-Teil ist es möglich, homosexuelle Beziehungen einzugehen: Knutsche also, wen du willst. Die Sexualität wurde einfach nicht definiert.

Im zweiten Teil wurde es gleich noch offizieller: Es war möglich, gleichgeschlechtliche Partnerschaften eintragen zu lassen, und mit Die Sims 3 war schließlich der Schritt zur Ehe getan.

Damit bereiteten die Entwickler einen wichtigen Weg für viele Menschen, ohne vorrangig dieses Ziel im Auge gehabt zu haben.

Daher hat sich auch eine offene und tolerante Community um Die Sims gebildet, die sonst so sehr selten im Gaming anzutreffen ist, wie auch Dimissauro beschreibt:

"Die Diversität der Community ist einfach großartig. Die Mitglieder inspirieren mich, indem sie ihre eigenen Geschichten und Kreationen teilen, sowohl im Spiel als auch im echten Leben. In keiner der anderen Spiel-Communitys, bei denen ich je Mitglied war, ist die Atmosphäre so angenehm, denn jeder kann seine Persönlichkeit ausleben."

Happy Pride: Spieler von Die Sims 4 veranstalten sogar eigenhändig Pride-Paraden im Game. (Bildquelle: Reddit/Newcago)
Happy Pride: Spieler von Die Sims 4 veranstalten sogar eigenhändig Pride-Paraden im Game. (Bildquelle: Reddit/Newcago)

Mit einem kostenlosen Update im Jahr 2016 sind Maxis und EA wieder einen Schritt weiter gegangen. Seitdem sind Geschlechtergrenzen aus dem Erstelle-einen-Sim-Modus von Die Sims 4 gänzlich verschwunden. Körperbau, Gangart und Stimmlage können seitdem unabhängig vom Geschlecht frei gewählt werden. Auch über 700 Inhalte wurden vom Geschlecht befreit: Als männlicher Sim High Heels tragen? Als weiblicher Sim stolz mit Glatze umherlaufen? Alles kein Problem.

Schön, wenn das, was eigentlich schon selbstverständlich sein sollte, auch in Videospielen als Normalität abgebildet wird. All diese Voraussetzungen zeigen sehr gut, dass Die Sims 4 das perfekte Spiel für eine freie Entfaltung jedweder Art ist. Love is love. Liebe, wen du möchtest und sei du selbst.

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