Videospielkultur

Kinder dürfen nachts nicht zocken: Gaming-Riese schiebt Riegel vor

von Mandy Strebe (Freitag, 09.07.2021 - 12:13 Uhr)

Gaming-Gigant Tencent verpasst Kindern nachts ein dickes Zock-Verbot. Bildquelle: Getty Images/Inside Creative House/XtockImages.
Gaming-Gigant Tencent verpasst Kindern nachts ein dickes Zock-Verbot. Bildquelle: Getty Images/Inside Creative House/XtockImages.

Eine neue Technologie wird es Kindern in China ab sofort schwer machen, ihre Lieblingsspiele auch noch nach einer bestimmten Uhrzeit zu zocken. Der Gaming-Gigant Tencent hat diese Maßnahme jetzt in etlichen ihrer Spiele ausgerollt und es sollen noch weitere Folgen.

Gesichtserkennung sorgt für Spielverbot

Für alle die Tencent nicht kennen – das Technologieunternehmen beherrscht einen Großteil des chinesischen Gaming-Marktes und besitzt große Anteile an Games-Firmen auch rund um den Globus. Darunter Epic Games, Riot Games und Platinum Games – ein großer Fisch eben.

Tencent hat jetzt strengere Maßnahmen zum Jugendschutz in ihren Spielen umgesetzt (Quelle: PCGamer). Dafür nutzen sie eine Gesichtserkennung, um Kinder vom nächtlichen Zocken abzuhalten. Ihnen ist es dann nur noch möglich zwischen 8 Uhr morgens und 22 Uhr abends zu spielen.

Bisher sind 60 Spiele von Tencent in China mit dieser Funktion ausgestattet worden, es sollen mit der Zeit aber weitere folgen.

Chinesische Regierung möchte Spielsucht verhindern

Das neue System ist eine Weiterentwicklung der bisherigen, nicht so zuverlässigen Methoden und soll die Einhaltung der strengen chinesischen Gesetze rund um Gaming-Aktivitäten sicherstellen.

Die chinesische Regierung wolle mit den Vorschriften eine Ausbreitung von Spielsucht in der Bevölkerung verhindern, da PC- und Mobile-Gaming in China eine große Popularität genießen.

Bei Datenschützern werden allerdings die Bedenken groß, dass die großflächig gesammelten Daten auch für andere Zwecke genutzt werden könnten. Zum Beispiel für Chinas Sozialkreditsystem, bei dem Bürger für verschiedene Taten bestraft werden können, die als schlecht gelten. Zu langes Zocken zum Beispiel kann zum Abzug von Punkten führen, was wiederrum Auswirkungen auf Jobangebote und mehr haben kann.

Die wirtschaftlichen Anteile von Tencent an amerikanischen Entwicklern wie Riot Games könnte diese zudem in ein moralisches Dilemma bringen. Am Ende müssen diese die neue Gesichtserkennung in ihre Spiele implementieren und tragen dazu bei, dass in die Freiheit von Spielern eingegriffen wird.

Spieleverbote kennen wir alle, dann aber wohl eher von unseren Eltern, als von der Regierung. Diese Bilderstrecke zeigt, welche Spiele euch damals verboten wurden:

Tencent passt sich mit einer neuen Technologie den strengen Vorschriften der chinesischen Regierung an. Dafür müssen sich alle Spieler künftig einer Gesichtserkennung unterziehen. Für Kinder heißt das zwischen 22 Uhr und 8 Uhr – Lichter aus.

Wie steht ihr zu solchen Methoden? Wichtiger Jugendschutz? Oder absoluter Eingriff in Freiheit und Privatsphäre? Wir würden eure Gedanken dazu sehr gerne hören, besucht uns doch auf Facebook und schreibt und dort in den Kommentaren.

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