Death Stranding

Das Spiel, das viele Gamer zerstörte: Warum trotzdem jeder Death Stranding spielen sollte

von Michael Sonntag (Montag, 06.09.2021 - 15:39 Uhr)

Death Stranding: In meinen drei Jahren als Videospielredakteur hat mich kein Spiel mehr begeistert.
Death Stranding: In meinen drei Jahren als Videospielredakteur hat mich kein Spiel mehr begeistert.

Erinnert ihr euch an das Jahr 2019? Ihr wisst schon, das letzte Jahr Normalität vor der Corona-Pandemie. Nicht dass 2019 jetzt gamingtechnisch alles andere in den Schatten gestellt hätte: Kingdom Hearts 3, "Resident Evil 2"-Remake, Anthem, Sekiro, Control - es war durchwachsen. Bis Death Stranding kam. Nachdem das Marketing schon jahrelang die Spieler verstört hat, sprengte das finale Spiel dann endgültig alle Geschmacksgrenzen. Ich verrate euch, warum es jeder Gamer gespielt haben sollte. Vor allem diejenigen, die sich bis jetzt geweigert haben.

Death Stranding: Das Spiel, das mir zeigte, dass Spiele viel mehr können

Das Vorwort (Eine Rezension von einem Amazon-Kunden – 314 Personen fanden diese Informationen hilfreich):

Digitale Buße, Durchhalten fürs Angucken

Großes Kino, großes Drama, große Gefühle, aber leider alles absolut kein großer Spaß ... Dafür muss man nicht 50 Stunden bis zum Ende spielen, um das sagen zu können, oder? Ein Videospiel soll mich reizen, weiter zu spielen, weil es Spaß macht und ich soll nicht durchhalten müssen, weil es irgendwann vielleicht mal besser wird, oder?

Wer es im echten Leben zu leicht hat, der tut sich das hier vielleicht gerne an, quasi selbst auferlegte sinnlose digitale Buße für einen zu unbeschwerten Alltag. Wer einfach nur eine gute Zeit beim Zocken haben will, der wird hier bitter enttäuscht. Irgendwo ist das Spiel durchaus ein Meisterwerk im eigentlichen Sinne des Wortes, aber das ist ein Film wie Schindlers Liste auch. Den guckt man sich aber auch eher nicht zum Spaß immer wieder an oder hat eine gute Zeit beim Anschauen, oder?

Als Serie für Netflix hätte das hier Sinn gemacht, als Videospiel bringt es einfach keinen echten Spielspaß ... Schade drum und wer‘s mag, mag‘s mögen, jedem das Seine, nur ich denke, vielen wird es wie mir gehen. Wäre das hier von einem No-Name entwickelt worden und ohne vorher jahrelange "Pauken und Trompeten"- Werbung auf den Markt gekommen, es bliebe eher unbeachtet und mittelmäßig bewertet am Rand liegen als Sonderling für Kunstfreunde, die es langatmig, bleischwer und melodramatisch mögen.

Ich halte mich kurz, weil das Fass, das Death Stranding aufgemacht hat, einen förmlich überrollen kann. Als ich Hideo Kojimas postapokalyptisches Adventure 2019 testete, das die Fans später abfällig "diesen strangen DHL-Simulator" getauft haben, war es weniger faszinierend, was mich an Death Stranding störte, sondern wie es mir zeigte, was mich an allen anderen Spielen stört: Egal mit welcher Bedrohung ich es in einem Spiel zu tun habe, jedes Spiel packt mich mit Samthandschuhen an. Keine Postapokalypse fühlt sich wirklich hart an (auch wenn The Last of Us 2 schon wirklich mutig war), kein Kriegsspiel wirklich niederschmetternd, kein Adventure wirklich so, als ob viel auf dem Spiel stünde.

Ja, das Setting mag unglaublich aussehen, aber unter der Kulisse liegt immer noch ein Spaß-Gameplay verborgen, immer mit der Möglichkeit, nach dem Tod einfach neuzuladen. Oft fühle ich mich so, dass mir im Spiel ein unsichtbarer Hotel-Concierge nie von der Seite weicht, der immer darauf achtet, dass ich mich wohl und cool fühle. Und überall Zäune aufstellt, um mich vor negativen oder neuen Eindrücken zu bewahren. Was unglaublich nervt. Death Stranding dagegen hat zu mir gesagt: „Rette die Welt, auch wenn es hart ist!“, und dann war es kein Trailer-Spruch, sondern wirklich hart. Umso härter, weil ich es als Gamer nicht gewohnt bin, weshalb ich die obere Rezension einerseits komplett verstehe und ihr andererseits komplett widerspreche.

Death Stranding | Der einsame Kampf des Sam Bridges beginnt!

Death Stranding: Das Spielgefühl in drei Absätzen

  • Ihr seid ein Bote, der Pakete in der Postapokalypse ausliefern soll. Euer Feind ist das Gewicht am Körper, das Gelände, das Wetter und jede Kreatur und jeder Dieb, dem ihr begegnet. Nein, das macht keinen Spaß, aber es ist eine unglaublich befreiende Erfahrung. Dieses Spiel traut euch im Gegensatz zu vielen anderen Spielen wirklich etwas zu.

  • Jeder Meter, jeder Fortschritt, jedes Gadget ist hart erkämpft, fühlt sich verdient an und jede Basis, egal wo sie liegt und wie vereinsamt sie ist, stellt eine Oase der Erholung dar. Zusammen mit allen anderen Spielern schafft ihr Abkürzungen und Hilfsmittel, während ihr dennoch alle eure Aufgabe allein stemmen müsst.

  • Die Welt zu bereisen und zu verstehen, die Charaktere kennenzulernen und ihnen zu helfen, dabei den Soundtrack zu hören, die steilen Wände zu hassen und die flachen Gebiete zu genießen – Death Stranding ist ein unglaublich atmosphärisches Spiel, dessen Eindrücke sich tief einprägen. In der ersten Stunde seid ihr verwirrt und frustriert, in der vierzigsten seid ihr erschöpft und dankbar.

Death Stranding

Death Stranding

Preis kann jetzt höher sein. Preis vom 27.06.2022 22:34 Uhr

Death Stranding erschien am 8. November 2019 zunächst exklusiv für PlayStation 4 und folgte dann am 14. Juli 2020 auch für den PC. Das Adventure von Entwickler Hideo Kojima wurde von der Spielerschaft unterschiedlich aufgenommen, manche bezeichnen es als Kunstwerk, andere als langweiligen Simulator.

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