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Leak deckt auf: Twitch schützte große Streamer – mit Sonderbehandlung

von Mandy Strebe (Dienstag, 19.10.2021 - 12:14 Uhr)

Hat Twitch erfolgreiche Streamer trotz Fehlverhalten geschützt? Der große Leak hat eine interessante Liste zu Tage gefördert. Bild: Twitch.
Hat Twitch erfolgreiche Streamer trotz Fehlverhalten geschützt? Der große Leak hat eine interessante Liste zu Tage gefördert. Bild: Twitch.

Der große Daten-Leak bei Twitch hat viele Geheimnisse offengelegt – darunter auch eine sogenannte “Nicht-Bannen-Liste“. Mit dieser Liste schützte der Streaming-Anbieter diverse bekannte Streamer, um eine Sperrung dieser zu verhindern.

Twitch führte eine "Nicht-Bannen-Liste"

Mit dem großen Leak bei Twitch sind viele vertrauliche Vereinbarungen und mehr ans Licht gekommen. Darunter auch eine höchst brisante "Nicht-Bannen-Liste".

Was sich zunächst wie eine ungerechte Bevorzugung und oberste Frechheit anhört, ist bei genauerer Betrachtung eine besondere Schutzmaßnahme seitens Twitch gewesen, um hochkarätige Streamer vor einem voreiligen Bann zu schützen. Sonderbehandlung? Ja. Ungerecht? Jein.

Wie sich durch einen genaueren Bericht der Washington Post herausstellt, ist die besagte Liste ganze fünf Jahre alt und es gibt zurzeit keinerlei Hinweise darauf, dass Twitch nach wie vor so verfährt, wenn es um die Entscheidung für oder gegen einen Bann geht. (Quelle: Washington Post)

Die Liste zeigt eine Einteilung der größeren Streamer von 2016, bei dessen Beschwerden einfach genauer hingeschaut wurde. Die Eintragungen zeigen bestimmte Schlüsselwörter, die dem bearbeitenden Moderator eine Orientierung zur Einordnung geben. So zeigt das Stichwort “underaged“ (zu Deutsch: minderjährig), dass dieser Streamer oder die Streamerin des Öfteren sein oder ihr Kind während des laufenden Streams zeigt. Und dort kein minderjähriger Streamer am Werk ist.

Ein Auszug der besagten "Nicht-Bannen-Liste". Auch unangemessene Usernamen waren auf dem Radar von Twitch. Bild: Reddit/Rapogi.
Ein Auszug der besagten "Nicht-Bannen-Liste". Auch unangemessene Usernamen waren auf dem Radar von Twitch. Bild: Reddit/Rapogi.

Somit ist die genannte Liste kein expliziter Freifahrtsschein für jegliches Verhalten der jeweiligen Streamer gewesen, sondern ein System zur Vorsortierung. Sicherlich diente das Dokument dem Schutz bei kleineren Verstößen, aber auch um Missverständnisse auszuräumen.

Die Liste macht zudem deutlich, wie sehr sich Twitch und auch das Verfahren zum Bannen verändert haben. Damals war Twitch noch eine reine Gaming-Seite und verbot das Streamen von Inhalten, die nicht dem Gaming zugeordnet werden konnten. Einige Einträge weisen also explizit auf "Non-Gaming" (zu Deutsch: Nicht Gaming) hin und gaben somit Ausnahmen für diese Kanäle. Die bearbeitenden Admins sind also damit in Kenntnis gesetzt worden, dass für diese Streams spezielle Vereinbarungen getroffen wurden.

Ausnahmen schützen Fehlverhalten

Doch auch weniger freundliche Grauzonen können in der Liste gefunden werden. So wurde toxisches Verhalten von Streamern zum Beispiel nicht sofort behandelt, sondern sollte an bestimmte Moderatoren weitergeleitet werden.

Das gesamte System dieser Liste ist seit 2019 nicht mehr im Einsatz. Die damalige Veränderung sollte eine einheitliche und standardisierte Vorgehensweise bei der Moderation aller Streamer sicherstellen.

Dass Twitch mittlerweile auch vor einem Bann eines erfolgreichen Streamers nicht Halt macht, zeigt die 2020 erfolgte Sperrung von Dr Disrespect. Die Hintergründe dafür sind bis heute nicht bekannt. Im Gegensatz dazu sorgt die Rückkehr der bereits fünfmalig gesperrten IRL-Streamerin Amouranth regelmäßig für Diskussionen.

Bei welchen Verstößen Twitch dann doch durchgegriffen hat, zeigt diese Bilderstrecke:

Twitch hat in der Vergangenheit erfolgreiche Streamer mit einer "Nicht-Bannen-Liste" vor voreiligen Sperrungen geschützt. Doch auch toxisches Verhalten wurde damit teilweise hingenommen. Das Verfahren zum Bannen von Streamern ist heute durch ein anderes ersetzt worden.

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