Hunt: Showdown

Kein Bock auf CoD: Vanguard – Hunt: Showdown hat einen gewaltigen Vorteil

von Sanel Rihic (Samstag, 13.11.2021 - 09:00 Uhr)

Hunt: Showdown bleibt weiterhin einzigartig. (Bild: Activision Blizzard / Getty Images – dikobraziy)
Hunt: Showdown bleibt weiterhin einzigartig. (Bild: Activision Blizzard / Getty Images – dikobraziy)

Jedes Jahr ein neues Call of Duty und jedes Jahr stelle ich fest: An ein Hunt: Showdown kommt es nicht heran. Denn eine Eigenschaft fehlt dem klassischen CoD-Mehrspieler weiterhin: das einzigartige Belohnungsgefühl.

Hunt: Showdown – ein brutaler Einstieg

Mein erstes Vergnügen mit Hunt: Showdown hatte ich erst ein Jahr nach Veröffentlichung. Wobei, ein richtiges Vergnügen war es nicht. Vielmehr ein frustvoller Einstieg mit unzähligen Toden. Etwas, was in den Mehrspielern der Call-of-Duty-Reihe für mich nie der Fall war.

Trotz des brutalen Einstiegs war mir klar: So muss Shooter! Die letzten CoD-Mehrspieler habe ich daher nur flüchtig gespielt – Vanguard fasse ich schon gar nicht erst an.

Noch mal für Laien – Was ist Hunt: Showdown?

Im Modus Kopfgeldjagd des Ego-Shooters von Crytek treten wahlweise Duos, Trios oder einsame Wölfe mit bis zu zwölf Jägern auf einer von drei großflächigen Western-Karten gegeneinander an. Das Ziel ist es, ein oder zwei Boss-Monster ausfindig zu machen, zu erledigen und mit der Beute zu flüchten.

Auf eurem Weg zum Ziel müsst ihr euch einer Vielzahl von kleineren Gegnern entweder stellen oder sie umgehen. Spannend wird es, wenn sich ein weiterer Jäger oder gar ein ganzes Team einmischt. Denn das ist der Moment, wo ihr ruhig und clever handeln müsst, während euch das Adrenalin durch den Körper schießt.

Hunt: Showdown | Koop trifft auf PvP im Crytek-Shooter

Und hier erfindet Hunt: Showdown das Shooter-Genre neu: Das Sound-Design ermöglicht es, eure Gegner blind auf den Meter genau zu lokalisieren. Ihr könnt jeden lauten Schritt hören, jede abgefeuerte Waffe identifizieren und die Welt und ihre Geräuschfallen zu eurem Vorteil nutzen. In neun von zehn Fällen endet die Konfrontation trotzdem mit eurem Tod.

Wenn ihr sterbt, dann verliert ihr euren Jäger und eure gesamte Ausrüstung – kein Respawn. Und ihr sterbt oft in Hunt: Showdown. Denn Kopfschüsse sind One-Shot-Kills und auch ansonsten seid ihr nach zwei gezielten Schüssen Teabag-Material. Nach dem Ableben eines Jägers müsst ihr mit einem neuen, unerfahrenen Jäger neustarten und aufleveln, um seine Fähigkeiten zu erweitern und Geld für neue Waffen zu sammeln. Frei nach dem Motto: Live. Die. Repeat.

Vergleiche ich hier Äpfel und Birnen?

Hunt: Showdown ist offensichtlich eine Art Battle Royale – genauer ein PvPvE (Player vs. Player vs. Environment). Bis auf Call of Duty: Warzone folgen die klassischen Mehrspieler der Shooter-Reihe einem anderen Prinzip. Für mich hängt der Reiz aber nicht mit dem Spielmodus zusammen, sondern mit der Umsetzung der Belohnung.

Der Mehrspieler von Call of Duty ist auf schnelle Action ausgelegt. Ich töte, ich falle, ich töte usw. Im neusten Ableger Vanguard geht das obendrein schneller als im Vorgänger. Am Ende erwarten mich eine Statistik mit den Kills und Toden sowie neue Freischaltungen. Das soll mich Tage, Wochen oder sogar Monate motivieren, aber das tut es nicht.

Was macht Hunt: Showdown richtig und Call of Duty falsch?

In Hunt: Showdown kann ich ebenfalls einsehen, wie viele Gegner ich erledigt habe, aber Belohnungen sind nicht eindimensional und das Belohnungsgefühl wirkt anders. Ich kann ein Spiel erfolgreich ohne Kills beenden und werde mit einem weiterhin lebendigen Jäger belohnt. Schaffe ich das mit der Beute, umso besser. Wenn ich Schusswechsel überlebe und gar Kills erziele, ist die Statistik am Ende des Spiels eine unvergleichliche Bestätigung.

Auch die Waffen, die ich freischalte, haben in Hunt: Showdown einen ganz anderen Wert. Teure Waffen erhöhen die Chance im Match, sterbe ich aber, verliere ich sie. Aber auch nach einem Tod kann ich zumindest aus Fehlern lernen, da ich (fast) immer nachvollziehen kann, was falsch lief. Das kann auch eine Form der Belohnung sein und das alles gibt es nicht oder nur bedingt in Call of Dutys Mehrspielern.

Selbstredend sind gerade im Shooter-Genre Gunplay, Waffen-Feedback und -Balancing wichtige Kriterien. Die bewährten Shooter unserer Zeit machen in dieser Sache nichts verkehrt. Ich finde jedoch, moderne Shooter dürfen sich ruhig wieder mehr trauen, um nicht nur den Standards zu entsprechen. Und ja, ich schaue dich an, Call of Duty.

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