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YouTube ändert den Dislike-Button: Darum ist das schlecht für euch

von Mandy Strebe (Donnerstag, 11.11.2021 - 13:08 Uhr)

Zukünftig werdet ihr nicht mehr sehen, wie schlecht ein YouTube-Video bewertet ist. Bild: Getty Images/metamorworks.
Zukünftig werdet ihr nicht mehr sehen, wie schlecht ein YouTube-Video bewertet ist. Bild: Getty Images/metamorworks.

Der Dislike-Button der Videoplattform YouTube wird in Zukunft nicht mehr so sein, wie ihr ihn kennt. Die einordnenden Zahlen des Bewertungsystems werden verschwinden, und das laut YouTube aus gutem Grund. Welche Problematiken damit aber einhergehen könnten, schauen wir uns einmal genauer an.

YouTube entmachtet den Dislike-Button

Im März hatte YouTube es bereits angekündigt und nach einer ausschweifenden Testphase kommt die Videoplattform zu dem Schluss: Der Dislike-Button wird quasi unsichtbar. Die Anzahl der Dislikes verschwindet. (Quelle: Offizieller YouTube-Blog)

Das heißt für euch, dass ihr zukünftig zwar immer noch euren Unmut über ein Video kundtun und den Dislike-Knopf drücken könnt, doch zu sehen bekommt davon niemand etwas. Außer der Kanalinhaber selbst.

In einem ausführlichen Kommentar schreibt YouTube, dass die Experimente mit dem Dislike-Button gezeigt haben, dass zielgerichtete Dislike-Attacken und die Belästigung von Content-Erstellern abgenommen haben, wenn die Summe der Dislikes nicht zu sehen ist.

Das käme vor allen Dingen kleinen Kanälen und neuen Erstellern zugute. Diese Testphase habe auch gezeigt, dass diese im größeren Maße von solchen Attacken betroffen seien.

Der Schutz von zahlenmäßig kleinen Videoproduzenten ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Doch hebelt der Wegfall der Sichtbarkeit auch ein wichtiges Instrument für valide Kritik aus. Und sie kann im schlimmsten Fall zum Schutz von Unternehmen führen, die sich damit besser dem öffentlichen Druck entziehen können.

Meinung von Mandy Strebe:

Glück gehabt, Nintendo

Erst kürzlich hat ein prominentes Beispiel die Wichtigkeit des Dislike-Buttons bei großen Accounts verdeutlicht. Nintendo hatte das Erweiterungspack für Nintendo Switch Online mit einem Video auf YouTube angekündigt. Die Spielenden haben sich wenig erfreut von der Preiserhöhung gezeigt. Sie empfanden den Preis als zu teuer. Ihren Unmut machten die unzufriedenen Fans mit dem Dislike-Button besonders deutlich.

Das Video mutierte in kürzester Zeit zum meist downgevoteten Video auf dem Nintendo-Kanal. Der Dislike-Button kann also als wichtiges Sprachrohr der Community fungieren. Die Öffentlichkeit hat damit ein Druckmittel, um auch Ungerechtigkeiten zu kennzeichnen.

Firmen können diese Kritik annehmen, um somit das beste Erlebnis und die besten Produkte für ihre Kundschaft zu schaffen. Und auch im Gaming-Journalismus kann das Verhältnis von Like zu Dislike eine wichtige Kenngröße für die Berichterstattung sein. Es zeigt die Grundstimmung in der Community und sorgt damit für eine richtig gewichtete Berichterstattung.

Nintendo ist dabei übrigens nur ein exemplarisches Beispiel, auch andere große Gaming-Unternehmen stehen immer wieder zu Recht in der Kritik und müssen sich solchen Druck auch gefallen lassen. Ob Activision Blizzard, CD Projekt Red oder Ubisoft – die Liste ist lang.

Die kommende Machtlosigkeit des Dislike-Buttons wird großen Unternehmen somit zukünftig in die Hände spielen, da Druck von außen damit abgeschwächt wird.

Und die Vergangenheit hat gezeigt, dass Unternehmen diesem auch unbedingt aus dem Weg gehen wollen – Nintendo hatte Videos mit vielen Dislikes zum Beispiel einfach gelöscht und erneut hochgeladen. Die Kritik war damit verschwunden.

Und eine ganz große Offensichtlichkeit kommt schlussendlich hinzu: Ihr könnt vor dem Anschauen schlechter einschätzen, wie die Qualität eines Videos ist.

Wie gut und schlecht Entwickler und Publisher jeweils mit Kritik umgehen, zeigt euch diese Bilderstrecke:

YouTube entfernt die Zahlen des Dislike-Buttons – das soll vor allen Dingen kleinere Videoersteller schützen und Dislike-Attacken reduzieren. Doch was ist mit berechtigter Kritik? Ob diese Maßnahme der Plattform helfen wird, wird wohl erst die Zukunft zeigen.

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