Videospielkultur

EA will Games noch schlimmer machen, aber Microsoft stellt sich quer

von Gregor Elsholz (Samstag, 20.11.2021 - 08:00 Uhr)

Während EA NFTs aufgeschlossen gegenüber steht, sieht das beim Xbox-Team ganz anders aus. (Bild: GIGA / Getty Images  DragonTiger)
Während EA NFTs aufgeschlossen gegenüber steht, sieht das beim Xbox-Team ganz anders aus. (Bild: GIGA / Getty Images DragonTiger)

Electronic Arts sieht in NFTs die Zukunft des Gamings – Microsoft vertritt diesbezüglich jedoch eine andere Meinung, wie Xbox-Chef Phil Spencer in einem Interview bekannt gab.

Xbox-Chef Phil Spencer teilt die NFT-Begeisterung nicht, die sich in der Gaming-Branche breitmacht. In einem Interview gab Spencer zwar zu, dass auch Microsoft die Blockchain-Zertifikate im Blick habe, doch die Implementierung in Xbox-Spielen würde sich wie Ausbeutung anfühlen – und ausbeuterische Features sollten aus dem Xbox-Store ferngehalten werden.

Auch wenn es Spencer vermied, alle NFTs per Definition als Ausbeutung zu bezeichnen, scheint der kontroverse und zurecht kritisierte Krypto-Trend zumindest in näherer Zukunft nicht im Xbox-Lager anzukommen.

Originalartikel vom 5. November 2021

In einem Meeting hat EAs CEO Andre Wilson dargelegt, in welche Richtung sich die Gaming-Branche seiner Meinung nach entwickeln wird. Vielen Spielern werden seine Ideen allerdings wohl nicht gefallen – Wilson möchte den Fokus nämlich auf NFTs und Play-to-earn-Games legen.

NFTs und Play-to-earn: Unbeliebte Features in Games

NFTs (Non-Fungible Token) sind im Wesentlichen Besitzzertifikate für digitale Inhalte, die online mit Kryptowährungen gekauft werden können und stark im Wert fluktuieren. Teilweise werden umgerechnet mehrere zehntausend US-Dollar für diese Metadaten-Zertifikate ausgegeben, während der tatsächliche Inhalt, zum Beispiel ein GIF oder ein JPG weiterhin für die gesamte Welt gratis unverändert verfügbar ist.

Play-to-Earn wiederum bezeichnet Spiele, in denen Gamer zunächst Kryptowährung investieren müssen, bevor sie dann beim Spielen die Chance auf mehr NFTs und Krypto-Coins verdienen können.

Wilson nannte NFTs und Play-to-Earn-Games in einem Investorenmeeting "die Zukunft unserer Industrie". Er sagte, dass sammelbare, digitale Inhalte eine wichtige Rolle in der Zukunft spielen würden. Es sei aber noch zu früh, um genau zu sagen, wie diese Inhalte umgesetzt werden sollten. Dennoch sieht Wilson EA in einer richtig guten Position und sagte, dass innovativer und kreativer in diese Richtung gedacht werden solle. (Quelle: PCGamer)

Meinung: NFTs und Co – EA mit gruseliger Vision

Während Kryptowährungen und NFTs in den letzten Monaten mehr an Präsenz gewonnen haben, sind sie in der Gaming-Branche glücklicherweise noch selten vertreten und werden gewöhnlich mit lauten Protesten quittiert. Erst kürzlich zog das Horror-Spiel Dead by Daylight scharfe Kritik auf sich, weil NFTs von Pinhead-Charaktermodellen verkauft werden sollen.

NFTs sind an und für sich völlig wertlose Zertifikate, die allein im Kontext von Spekulationen mit Kryptowährungen an Wert gewinnen oder verlieren – eine groteske Kapitalismusvergötterung im Vakuum des Internets. Die Summen, die bereits für solche Metadaten aufgerufen wurden, bewirken bei den meisten nur ungläubiges Kopfschütteln – doch der extrem hohe Energieverbrauch, der durch Blockchains für die Herstellung notwendig ist, macht NFTs zusätzlich zu einem Problem der Allgemeinheit.

Aber selbst wenn individuelle NFT-Spekulationen nicht umweltschädlich wären, zeugen die Aussagen von Wilson dennoch von EAs unaufhaltsamer Suche nach noch mehr Elementen, die sie in ihren Spielen monetarisieren können.

Eine Zukunft, in der Gamer zum Kauf von sinnlosen Besitzzertifikaten von frei verfügbaren Charaktermodellen oder Ähnlichem gezwungen werden, wirkt wie eine verstörende Dystopie. Angesichts EAs berüchtigtem und rücksichtlosem Umgang mit Mikrotransaktionen in Spielen wie FIFA ist diese Vorstellung aber leider keinesfalls unrealistisch. Mit Ubisoft hat zudem bereits ein weiterer Publisher Interesse an Blockchain-Games angemeldet. (Quelle: IGN) Wilsons Wunsch könnte also durchaus bittere Wirklichkeit werden.

In unserer Bilderstrecke zeigen wir euch sieben Gaming-Trends der Zukunft:

EAs CEO sieht die Zukunft von Videospielen in NFTs und Play-to-earn-Games. Spielern bleibt zu hoffen, dass seine Vision mit diesen äußerst kontroversen Features niemals eintreten wird.

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