Ghost Recon: Breakpoint

NFT-Item in Ubisoft-Shooter verlangt hunderte Stunden Spielzeit

von Martin Hartmann (Montag, 13.12.2021 - 12:43 Uhr)

Ein Ubisoft-Shooter verschenkt NFT-Items, aber nicht jeder Spieler bekommt sie. Bildquelle: Getty Images/ airdone
Ein Ubisoft-Shooter verschenkt NFT-Items, aber nicht jeder Spieler bekommt sie. Bildquelle: Getty Images/ airdone

Ghost Recon Breakpoint wird Ubisofts Versuchskaninchen für eine neue Form von Mikrotransaktionen. Obwohl die ersten Exemplare der neuen NFT-Items kostenlos sind, darf trotzdem nicht jeder Spieler zuschlagen.

Update vom 13. Dezember 2021:

Zwei der drei neuen NFT-Mikrotransaktionen für Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint sind jetzt verfügbar. Während Spieler für den Waffen-Skin das XP-Level 5 erreichen mussten, verlangt der "Wolf Enhanced Helmet A" etwas mehr Einsatz: 600 Stunden globale Spielzeit. Der Videospieljournalist Stephen Totilo geht auf Twitter davon aus, dass durch diese Einschränkung der Preis in die Höhe getrieben wird, für den Spieler den Helm in der Zukunft verkaufen können. Ein FAQ verrät außerdem, dass Ubisoft in manchen Fällen eine Gebühr für das Handeln mit den Items verlangt.(Quelle: Ubisoft Quartz

Die neuen NFT-Items sind außerdem nur in begrenzter Zahl erhältlich. Darüber hinaus sind sie in dem Sinne einzigartig, dass eine Seriennummer auf ihnen abgedruckt ist. Der Waffen-Skin ist inzwischen schon komplett vergriffen, während Spieler mit 600 Stunden Spielzeit noch etwas mehr als 90 Stunden Zeit haben, um sich den "einzigartigen" NFT-Helm zu sichern.

Update vom 10. Dezember 2021:

Ubisoft hat uns mitgeteilt, dass das umstrittene Video nicht reaktiv unlisted oder gelöscht wurde. Stattdessen sei es von vornerein mit nicht öffentlichem Status veröffentlicht und auf der Quartz-Website eingebettet worden. Der Grund dafür soll gewesen sein, die Zuschauerzahlen vor allem auf die Quartz-Website zu lenken.

Update vom 09. Dezember 2021:

Ubisoft hatte die neuen NFT-Mikrotransaktionen für Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint in einem Trailer auf YouTube präsentiert. Mittlerweile ist das Video jedoch auf dem nordamerikanischen Kanal des Publishers nicht mehr ohne Weiteres auffindbar. Grund dafür ist vermutlich die überwältigend negative Reaktion der Fans. In nur wenigen Stunden prasselten über 22.000 Dislikes auf den Trailer zu Ubisoft Quartz herab – im Gegensatz zu nur etwas mehr als 1.000 Likes. (Quelle: VGC)

Die Gaming-Community hat somit deutlich Stellung zu den ersten kosmetischen NFTs in einem Triple-A-Spiel bezogen.

Originalmeldung vom 8. Dezember 2021:

Ubisoft erweitert Shooter um neue Mikrotransaktionen

Ubisoft hat besondere Pläne für Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint. Ab dem 9. Dezember sollen Spieler die Möglichkeit erhalten besondere kosmetische Gegenstände als NFTs zu erwerben. Die neue Form der Mikrotransaktionen ist der erste Schritt eines großen Publishers, den Internet-Hype rund um Kryptowährungen auch in Videospiele zu integrieren.

Aber was sind NFTs eigentlich? NFT steht für Non-Fungible Token, die als eine Art Besitzzertifikate für digitale Inhalte dienen und mit Kryptowährung gekauft und auch wieder verkauft werden können. Im Fall von Ghost Recon Breakpoint bedeutet das, dass sich Spieler über den neuen Service Ubisoft Quartz einzigartige Gegenstände (sogenannte Digits) kaufen können. Einzigartig bedeutet in diesem Fall allerdings nur, dass auf einem Helm oder einer Hose eine Seriennummer abgedruckt ist und die Gegenstände nur begrenzt verfügbar sind.

Mikrotransaktionen in Videospielen sind natürlich nichts Neues. Mit den NFTs kann allerdings auch außerhalb der Spiele oder Marktplätzen wie Steam gehandelt werden. Ubisoft schreibt hierzu, dass dies den Spielern mehr Kontrolle geben würde. Zusätzlich merken sich die einzigartigen Hosen auch, wem sie zuvor gehört haben. Laut dem FAQ gibt euch das die Möglichkeit "dem Digit eures Lieblingsstreamers nachzujagen". (Quelle: Ubisoft Quartz)

Die ersten NFTs für Ghost Recon Breakpoint. (Bildquelle: Ubisoft Quartz)
Die ersten NFTs für Ghost Recon Breakpoint. (Bildquelle: Ubisoft Quartz)

Meinung: NFTs sind die schlimmeren Lootboxen

Große Publisher wie Ubisoft und EA liebäugeln mit NFTs in Videospielen. Überraschend ist das eigentlich nicht. Lootboxen beweisen immerhin, dass es eine Nachfrage danach gibt, für kosmetische Gegenstände auch echtes Geld auszugeben. NFTs gehen jedoch über einen einfachen Skin für eine Waffe hinaus. Eigentlich völlig wertloser digitaler Code soll jetzt nicht nur eure virtuellen Charaktere schmücken, sondern auch als Wertanlage dienen und weiterverkauft werden. Was hat das alles noch mit einem Spiel zu tun?

Die völlige Absurdität des ganzen Systems wird spätestens dadurch deutlich, dass die NFTs für Ghost Recon Breakpoint selbst dann erhalten bleiben sollen, wenn Ubisoft Quartz oder das Spiel selbst abgeschaltet werden. Ihr wäret also immer noch stolzer Besitzer eines Waffen-Skins für ein Spiel, das es gar nicht mehr gibt.

Ubisoft erweitert Tom Clancy's Ghost Recon Breakpoint um NFTs. Schon bald hat der Shooter damit kosmetische Gegenstände, die eine einzigartigen Seriennummer besitzen und weiterverkauft werden können. Ubisoft begründet diesen Schritt damit, dass den Spielern mehr Kontrolle gegeben werden soll.

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