Sifu

Vorschau: Sifu – So stylisch habt ihr Gegner noch nie verprügelt

von Mandy Strebe (Sonntag, 19.12.2021 - 09:00 Uhr)

Sifu ist schnell und gnadenlos – und dazu noch verdammt hübsch anzusehen. Bild: Sloclap.
Sifu ist schnell und gnadenlos – und dazu noch verdammt hübsch anzusehen. Bild: Sloclap.

Wir haben gute 20 Minuten in das Actionspiel Sifu reinspielen und das Kampfsystem auf Herz und Nieren prüfen dürfen. Was das Beat 'em up von Sloclap alles kann und ob wir zum echten Kung-Fu-Fan mutiert sind, das verraten wir euch in dieser Vorschau.

In Sifu zählt nur eins: Ordentlich austeilen. Doch das am besten geschickt und mit Taktik. Wildes Draufgehaue wird euch spätestens bei den stärkeren Gegnern oder vor einer Überzahl an Kontrahenten Probleme bereiten.

Wir durften die erste Hälfte des zweiten Kapitels von Sifu nach Lust und Laune rauf und runter spielen und haben uns auf jeden Fall ordentlich die Zähne ausgebissen. Denn das Einzelspieler-Game hat einen fordernden Schwierigkeitsgrad.

Um den Ehrgeiz anzukurbeln, haben die Entwickler von Sloclap auch eine raffinierte Mechanik eingebaut, die sich über das gesamte Action-Spiel erstreckt. Mit jedem Tod seid ihr nicht wirklich tot, denn eine uralte Magie lässt euch mehrfach wieder auferstehen. Mit dem großen Haken, dass ihr auch immer etwas weiter altert. Und bei zehn Toden ist Schluss.

Doch genau dieser immer über euch hängende Death-Counter mit Altersanzeige mahnt euch, jetzt ja nicht ins Gras zu beißen! Immerhin ist ein Death-Counter mit Null in einem Alter von 20 Jahren viel sexier, als mit 71 schon achtmal das Zeitliche gesegnet zu haben.

Kung Fu sah noch nie so stylisch aus

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich verbinde Kung Fu mit alten Schwarz-Weiß-Filmen und einem angestaubten Image. Klar ist die Disziplin verehrenswert und beeindruckend, aber cool und modern? Nicht unbedingt.

Doch genau das schafft Sifu zu etablieren. Ein modernes, frisches Gewand für die uralte Kampfkunst. In schicken Farben, einer comicartigen Grafik und mit wummernden Clubbeats untermauert, macht das Fresse polieren doch gleich viel mehr Spaß. Und so entführt das zweite Kapitel euch in einen angesagten Club, der auch noch geheime Kampfsport-Turniere anbietet. Wie praktisch!

Ein solides Kampfsystem mit Luft nach oben

Gestartet aus unserem Wugatan, der Heimatbasis zwischen den Missionen, lernen wir das vielfältige Kampfsystem kennen. Es gilt die Umgebung zu nutzen, Waffen zu greifen, wo es nur geht, und immer schön die Defensive im Fokus zu haben.

Im Wugatan findet ihr natürlich eine Trainingsmöglichkeit, bei der ihr eure Techniken und Combos proben und verfeinern könnt.
Im Wugatan findet ihr natürlich eine Trainingsmöglichkeit, bei der ihr eure Techniken und Combos proben und verfeinern könnt.

Parieren ist ein Muss, Ausweichen in gewissen Situationen noch klüger. Wo andere Action-Games mit der Ausdaueranzeige einen kritischen Wert für die Kämpfe zufügen, bedient sich Sifu an einer Barriere. Jeder Schlag oder Tritt, den ihr parieren könnt, füllt eine Anzeige auf, die bei maximaler Auslastung bricht und euch schutzlos den Angriffen ausliefert. Auch benommen sein ist dabei möglich.

Das Ausführen der einzelnen Schläge, Tritte und auch Kombinationen fühlt sich flüssig und schnell an. Auch wenn die falsche Tasten-Kennzeichnung uns in manchen Momenten zur Weißglut trieb. Denn wenn ihr in adrenalingeladenen Momenten wie wild auf "B" hämmert, um den Barhocker in die Beine des Gegners zu schleudern, es sich aber eigentlich um "RB" handelt, dann ist man in Sifu ziemlich schnell gereizt. Besonders wenn wenige Sekundenbruchteile darüber entscheiden, ob jetzt nun ihr den Baseballschläger ins Gesicht kriegt oder euer Gegner zu Boden fliegt. Fehler tun in Sifu weh.

Und da wären wir schon bei den Waffen. Diese verleihen dem Kung-Fu-Spaß die gewisse Würze. In den Händen eurer Feinde können schon zwei Schwünge mit dem Brecheisen den Death-Counter um eine Zahl nach oben korrigieren. In euren Händen allerdings bereitet das Austeilen einen besonders befriedigenden Spaß.

Schaut euch das Kampfsystem einmal in Bewegtbildern in diesem Video an:

Sifu: Das Kampfsystem

Abgerundet mit Fokus-Attacken (eine Slow-Motion-Funktion, die euch gezielt Schwachstellen beim Gegner anvisieren und angreifen lässt) und den Take-Down-Moves (Finisher, die nicht nur besonders stylisch aussehen, sondern euch auch den süßen Nektar an heiliger Lebensenergie zurückgeben), bietet das Kampfsystem ein super Balancing und jede Menge Vielfalt.

Dies wird noch durch etliche Techniken erweitert, die ihr im Verlauf des Spiels mit Erfahrungspunkten freispielen könnt. Da die Testversion allerdings nur einen minimalen Ausschnitt davon bereithielt, wollen wir dazu keine ausschweifende Beurteilung abgeben.

In unserem abgesteckten Areal wurde das Kämpfen bei dem spätestens dritten Durchlauf aber ziemlich dröge. So gut die Kampfmechaniken auch ausgearbeitet sind, die immergleichen Gegnertypen boten dann schnell keine Herausforderung mehr, was ein Bedienen in der herrlich aufgefüllten Trickkiste an Kampfmoves überflüssig und nicht erstrebenswert machte. Im Gesamtkontext erhoffen wir uns daher noch mehr Abwechslung.

Nichts für Story-Fanatiker

In dem uns zur Verfügung gestellten Abschnitt von Sifu verlief das Spiel größtenteils linear. Ihr schlängelt euch durch den Club, vermöbelt alle Aufmüpfigen und entdeckt an der einen oder anderen Stelle Informationen, die euch die Geschehnisse erklären. Diese wandern in euer Board im Menü, welches aus Zeitungsschnippseln, Bildern und Notizen besteht.

Dort befinden sich Informationen zu euren Missionen und einige hilfreiche Tipps. Im Großen und Ganzen konnten wir in unserer Anspielversion allerdings keinen großen Nutzen aus diesem ziehen oder eine fesselnde Story erkennen. Auch wenn Sifu versucht eine spannende und einladende Welt zu zeichnen, bleibt es dabei beim Oberflächlichen. Es sieht hübsch aus, einsaugen wird die Welt euch nicht.

Versperrte Türen mit dem Hinweis auf benötigte Codes lassen zwar auf weitere Areale oder Abkürzungen in der Welt schließen, in unserem Durchlauf änderte das Freischalten von optionalen Möglichkeiten allerdings nicht den Verlauf der Dinge. Ebenso verhält es sich mit den verschiedenen Dialogoptionen, die bei Sifu zwar Tiefe vorgaukeln, aber zumindest in unseren Versuchen keinerlei spürbaren Auswirkungen hatten. Hoffentlich kann das fertige Spiel dahingehend noch eine Schippe drauflegen.

Fordernder Schwierigkeitsgrad

Es ist klar worauf die Entwickler bei Sifu hinauswollten: Ein Kung-Fu-Kampfspiel mit hoher Schwierigkeit und Genauigkeit zu erschaffen. Es ist wirklich leicht, in Sifu ins Gras zu beißen. Doch mit etwas Übung ist es weniger frustrierend und besonders die schwächeren Gegner geben sich teilweise auch mit unbeeindruckendem Button Mashing zufrieden.

Allerdings werdet ihr damit in vielen Situationen nicht weiterkommen. Gegnern in der Überzahl, die euch am besten noch in eine Ecke drängen, hat auch das großzügig nutzbare Ausweichen nichts entgegenzusetzen. Zwar könnt ihr euch teilweise mit gekonnten Sprüngen über Hindernisse aus der Affäre ziehen, aber ist auch das nicht mehr möglich, sind Gegnergruppen erbarmungslos. Während ihr in anderen Spielen ein ausgewähltes Ziel verdrescht, warten die Umstehenden meist geduldig, bis ihr euch diesen zuwendet. Nicht so in Sifu. Da kommt ein niederschmetternder Tritt von hinten, der euch glatt zu Boden reißt.

Zudem gibt es natürlich Gegnertypen mit höherer Schwierigkeit. Diese lassen ihre Defensive mit den herkömmlichen oder immergleichen Mitteln schlecht durchbrechen und haben selber deckungszerschmetternde Angriffe parat. Die passende Strategie lässt sich da erstmal nur erahnen, erst ein Beobachten und Studieren der Muster führt letztendlich zum Erfolg.

Die Genauigkeit im Kampf lässt das Spiel fast schon zu einer Simulation werden, was für die Schwierigkeit natürlich zuträglich ist, dem Ganzen aber auch etwas an Leichtigkeit nimmt. Denn Sifu sieht nach Spaß aus, fühlt sich leider aber nicht immer nach Spaß an. Es sei denn es genügt, diesen nur aus dem Triumph zu ziehen. Helle Freude, unabhängig von der Leistung, empfanden wir nur, als ein Gegner beim Todesstoß quer durch eine Arena flog, herrlich.

Sifu ist definitv kein Zuckerschlecken. Bei folgenden Games musstet ihr sogar das Handtuch werfen:

Fazit: Sifu ist ein wirklich stylisches Game, das beim Kampfsystem allergrößten Fokus bewiesen hat. Dieses ist in sich stimmig und spielt sich wirklich gut und präzise. In der reinen Oberflächlichkeit bietet das Kampfspiel eine wirklich einladende Welt mit einigen frischen Ideen wie dem Detektiv-Board. Das besondere Konzept mit Death-Counter und Alterung lässt den Ehrgeiz aller Action-Freunde wachsen und lädt somit zum Kräftemessen und Wiederspielen ein.

Ohne dieses wäre der Wiederspielwert durch die Welt allein allerdings nicht gegeben. Wir sehen großes Potential in Sifu, das in seiner Vollversion die angesprochenen Schwächen hoffentlich noch ausbessern kann.

Sifu erscheint voraussichtlich am 8. Februar 2022 für den PC via Epic Games sowie die Konsolen PS5 und PS4.

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