Ghost Recon: Breakpoint

NFTs: Spieler raffen's einfach nicht, sagt Ubisoft

von Gregor Elsholz (Freitag, 28.01.2022 - 14:12 Uhr)

Ubisoft-Vertreter verteidigen NFTs in neuem Interview. (Bildquelle: Traimak_Ivan, Getty Images / Ubisoft)
Ubisoft-Vertreter verteidigen NFTs in neuem Interview. (Bildquelle: Traimak_Ivan, Getty Images / Ubisoft)

Ubisoft ist mit seinen ersten NFT-Versuchen auf wenig Gegenliebe bei Gamern gestoßen. Nun hat der Publisher seine Position verteidigt – und macht damit alles nur noch schlimmer. Schuld seien nämlich die Spieler, die es einfach nicht verstehen wollen.

Mit Ubisoft Quartz hat der Assassin's-Creed-Publisher 2021 versucht, Spielern NFTs näher zu bringen. Das neue Krypto-Feature in Tom Clancy's Ghost Recon: Breakpoint wurde allerdings von allen Seiten unter Beschuss genommen und hart kritisiert. In einem neuen Interview behauptet Ubisoft nun, dass Spieler den Blockchain-Trend einfach nicht verstehen würden – und entschärft die Situation damit überhaupt nicht.

Krypto-Trend: Publisher zeigt keine Einsicht

In einem Interview wurden Nicolas Pouard, Vize-Präsident von Ubisofts Strategic Innovations Lab, und Didier Genevois, Ubisofts Blockchain Technical Director, zu den extrem negativen Reaktionen zu Ubisoft-Quartz-Projekt befragt. Beide betonten, dass sie weiterhin an den Blockchain-Trend als wichtiges neues Feature glaubten und insbesondere Pouard traf dabei einige bemerkenswerte Aussagen, in denen er Gamern ein präzises Verständnis für die Funktionsweise von NFTs absprach. (Quelle: Finder)

"Naja, es war eine Reaktion, die wir erwartet haben. Wir wissen, dass es kein einfach verständliches Konzept ist."

An anderer Stelle ging Pouard weiter ins Detail mit seiner Einschätzung zur Gaming-Community:

"Ich glaube, Gamer verstehen nicht, was ihnen ein digitaler Sekundärmarkt bringen kann. Momentan denken Gamer wegen der aktuellen Sitation und dem Kontext von NFTs wirklich, dass sie erstens den Planeten zerstören und zweitens nur Spekulationsobjekte sind. Aber was wir [bei Ubisoft] zuerst sehen, ist das Endgame. Das Endgame dreht sich darum, Spielern die Möglichkeit zu geben, ihre Items weiterzuverkaufen, wenn sie mit ihnen oder dem Spiel selbst fertig sind. Es ist also tatsächlich für sie. Es ist gut für sie. Aber sie verstehen es einfach noch nicht."

NFTs: Ubisoft haut mit Interview voll daneben (Kommentar)

Das Interview mit Pouard und Genevois dürfte bei Gamern keinesfalls zum Glätten der Wogen beitragen, sondern vielmehr noch die Empörung über den NFT-Trend anstacheln. Der Ton, der von den Ubisoft-Vertretern angeschlagen wird, ist in Teilen herablassend und bevormundend und viele Äußerungen sind schlicht leere Marketing-Phrasen.

Der NFT-Trend wird in dem Interview mit all den bereits bekannten Schlagworten beworben und aus einem ausschließlich positiven Winkel betrachtet – der absurde Grind, der für die Ingame-Items vorausgesetzt wird, bleibt unerwähnt und die wesentliche Umweltbelastung durch Blockchain-Technologie wird heruntergespielt. Außerdem erwähnen Pouard und Genevois mit keinem Wort, dass Ubisoft selbstverständlich an jedem Weiterverkauf der NFTs prozentual mitbeteiligt werden würde.

Der NFT-Goldrausch von Ubisoft Quartz dient keinesfalls dazu, Spielern die Möglichkeit auf leicht verdientes Geld zu geben. Er dient exklusiv dazu, Ubisoft weitere lukrative Einnahmequellen zu erschließen – koste es, was es wolle.

Was sind NFTs? Wir erklären es euch in unserem Video:

NFTs: Was ist das überhaupt?

Vertreter von Ubisoft verteidigen die Herangehensweise an NFTs und treffen in einem Interview Aussagen, die vielen Gamern überhaupt nicht gefallen werden. NFT-Kritiker dürften durch das Interview in jedem Fall nicht beruhigt werden.

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