The Last of Us

The Last of Us Multiplayer ist auch 2022 einfach erstklassig

von Sanel Rihic (Donnerstag, 03.02.2022 - 12:15 Uhr)

Warum ihr den Multiplayer von The Last of Us im Jahr 2022 unbedingt nachholen müsst? Das verrate ich euch. (Bild: Sony Interactive Entertainment  / Naughty Dog)
Warum ihr den Multiplayer von The Last of Us im Jahr 2022 unbedingt nachholen müsst? Das verrate ich euch. (Bild: Sony Interactive Entertainment / Naughty Dog)

„Gute Singleplayer-Spiele brauchen keinen lieblosen und aufgesetzten Multiplayer“, las ich früher vermehrt in Kommentaren und Beiträgen. Auch ich reagierte irgendwann allergisch, als so ziemlich jedes Spiel versuchte, eine Mehrspieler-Komponente um jeden Preis einzubauen. Auch The Last of Us erschien zu jener Zeit, doch wo Spiele wie Mass Effect 3 oder God of War: Ascension scheiterten, konnte der Multiplayer „Fraktionen“ mit einem unterhaltsamen und teils originellen Konzept punkten.

Während die Story von The Last of Us weltweit bejubelt wurde und der Singleplayer sich auch heute noch in Toplisten ganz weit oben wiederfindet, ging der Online-Multiplayer im öffentlichen Diskurs völlig unter. Ich habe Fraktionen sogar schon auf der PS3 gespielt und freue mich, dass auch 2022 und zwei Konsolengenerationen später neue Spieler hinzustoßen. Es könnten aber mehr sein, denn viele haben dieses kleine Meisterwerk vom Entwicklerteam Naughty Dog verpasst oder vergessen.

Fraktionen: Alles steht und fällt mit eurem Klan

Fireflies oder Hunters? Im Multiplayer wählt ihr eine Fraktion und arbeitet daran, euren Klan wachsen zu lassen und ihn zwölf Wochen lang am Leben zu halten. Jedes Match, das ihr absolviert, wird als ein Tag gewertet, sprich: Ihr müsst 84 Runden absolvieren, um die „Reise“ zu beenden.

Je größer euer Klan wird, desto besser müsst ihr spielen, um genügend Vorräte zu sammeln, ansonsten können Klanmitglieder krank werden oder gar versterben. An bestimmten Tagen müsst ihr zudem Herausforderungen meistern, damit euer Klan überlebt; wenn ihr jedoch scheitert, verliert ihr viele oder gar alle Klanmitglieder und müsst gegebenenfalls von vorne anfangen.

Multiplayer Trailer

Dieses System macht insbesondere die letzten Wochen einer Fraktionsreise äußerst aufregend, weil euer Klan immer weiter wächst und die Gefahr größer wird, euren gesamten Spielfortschritt zu verlieren. Etwas, was auch heute noch viele Multiplayer-Spiele meiden: Niederlagen mit Konsequenzen zu verbinden. Gleichzeitig werdet ihr selbst von Match zu Match besser, sodass ihr beispielsweise in der entscheidenden Woche zwölf besser spielt als noch in Woche eins.

Survival, Strategie, Stealth

Fraktionen schafft es, die Stärken des Singleplayers (abseits der gelungenen Story selbstredend) in den Multiplayer zu übertragen. Ihr habt eine Survival-Komponente, die sich durch den gesamten Multiplayer zieht und die Spielerfahrung aufregender gestaltet.

Ebenfalls aus dem Singleplayer übernommen ist das Herstellen von Gegenständen mitten im Spiel. Fortnite lässt euch vielleicht Bauwerke aus dem Boden stampfen, in The Last of Us zaubert ihr dafür Rauchbomben und fragile Messer aus eurem Rucksack. Während eines Matches könnt ihr Vorratskisten öffnen und mit den Materialien im Crafting-Menü beispielsweise Molotow-Cocktails für Multi-Kills oder Nagelbomben für gut platzierte Fallen herstellen.

Neben einem cleveren Ressourcenmanagement legt Fraktionen den Fokus auch auf Stealth-Gameplay. Es ist überraschend, wie ruhig manche Matches beginnen, ohne jegliche Absprache, und wie schnell sich die Rollen im Katz-und-Maus-Spiel ändern können.

Munitionsknappheit ist auch im Multiplayer keine Seltenheit, weshalb ihr versuchen solltet, eure Feinde heimlich mit einem hergestellten Messer zu erledigen. Dadurch exekutiert ihr eure Gegner auch auf direktem Wege, die normalerweise erst nur zu Boden gehen, sodass sie kurzzeitig wieder geheilt werden können.

Bild: Sony Interactive Entertainment / Naughty Dog
Bild: Sony Interactive Entertainment / Naughty Dog

Ihr könnt dieses Zeitfenster aber auch nutzen, um eine Spezialexekution auszuführen; ihr werdet dann mit mehr Punkten sowie einer befriedigenden Killszene belohnt. Während der Aktion seid ihr aber weiterhin verwundbar, sodass ihr jedes Mal taktisch abwägen müsst.

Qualität statt Quantität

Zum Start des Multiplayers gab es nur die zwei Modi „Vorratsraubzug“ und „Überlebende“; später gesellte sich noch ein dritter Modus hinzu: „Verhör“. Verglichen mit den zahlreichen Modi eines Call of Duty, klingt das nicht nach viel, aber alle drei Multiplayer-Modi verlangen eine andere Herangehensweise.

In Vorratsraubzug starten beide Fraktionen à vier Spielern mit 20 Leben. Verliert ihr alle Leben, könnt ihr nicht mehr respawnen. Folge: Adrenalin-Kick! Dann hängt alles von den letzten Überlebenden ab, das Blatt noch irgendwie zu wenden. Vorratsraubzug spielt sich meist aggressiver, während Überlebende eher ruhiger verläuft.

Der Modus Überlebende ist im Grunde wie Eliminierung; ihr habt also genau ein Leben und müsst das gesamte gegnerische Team auslöschen. Falls ihr sterbt, fangt ihr in der nächsten Runde erneut an. Es ist zwar insbesondere in diesem Modus riskant, sich vom Team zu lösen, aber ein cleverer Hinterhalt kann oft zu einem schnellen Sieg führen.

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Im Spielmodus Verhör sind gut geplante Hinterhalte zu Beginn nötig, um überhaupt voranzukommen. Ihr müsst nämlich zunächst – wer hätte es gedacht – die feindlichen Spieler verhören, um Informationen über den Standort eines Safes herauszufinden und diesen zu knacken. Erschwert wird das dadurch, dass das Öffnen des Safes gefühlt länger dauert als The Irishman und Gegner euch jederzeit unterbrechen können. Ihr müsst also eure Offensive und Defensive im Team gut abwägen, um euer Ziel zu erreichen und nicht selbst Opfer eines Hinterhalts zu werden.

Je nachdem, wie viele Werkzeugteile ihr durchs Sammeln und Töten verdient, könnt ihr dann früher oder später eure Waffen upgraden, euch Panzerung kaufen oder in mehr Munition investieren – und damit euren Spielstil erneut anpassen. Auch die mittlerweile 17 Maps wie Lakeside oder Damm, die auf Orten aus der Singleplayer-Kampagne basieren und deshalb meist einfach zu merken sind, zwingen euch, unterschiedlich zu handeln. Manche Karten bieten gute Versteckmöglichkeiten für einen Hinterhalt, andere viel freie Fläche für Distanzschüsse.

2022 ist das perfekte Jahr, um Fraktionen nachzuholen

Der Multiplayer Fraktionen lebt noch und bietet womöglich genau die Multiplayer-Abwechslung, die ihr aktuell braucht. Natürlich kann er in Sachen kosmetische Freischaltungen nicht mit jetzigen Online-Spielen mithalten und auch über die DLC-Politik kann man sich streiten, da Waffen wie die kostenpflichtige Schrotflinte nicht ganz ausbalanciert sind.

Aber Fraktionen schafft es, ein kompetitives Spielerlebnis zu kreieren, das ihr so eventuell erst in einem Nachfolger wiederbekommt. Wann dieser kommt, ist aber weiterhin unklar. 2022 könnte jedoch ein gutes Jahr für The Last of Us werden: Denn neben der angekündigten HBO-Serie könnte auch ein Remake des ersten The Last of Us folgen, aber wahrscheinlich ohne den grandiosen Multiplayer.

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