FIFA 22

FIFA Ultimate Team: Deshalb habe ich dem Spiel den Laufpass gegeben

von Gregor Elsholz (Mittwoch, 18.05.2022 - 13:01 Uhr)

FIFA Ultimate Team: Darum hab ich EAs Spiel abserviert. (Bildquelle: EA / FORGEM, Getty Images)
FIFA Ultimate Team: Darum hab ich EAs Spiel abserviert. (Bildquelle: EA / FORGEM, Getty Images)

FIFA Ultimate Team ist der Vorzeige-Modus von EAs Fußball-Simulation – aber nach mehreren Monaten war eine Trennung für mich schließlich unumgänglich. Eine gemeinsame Zukunft war mit dem Spiel ohnehin nicht denkbar.

Ein Kommentar von Gregor Elsholz

Am Ende gab es kein großes Theater mehr. Kein Geschrei, keine Tränen, keine verspäteten Liebesschwüre. Nur eine Bestätigung kurz per Tastendruck: Damit habe ich FIFA von meiner Konsole gelöscht – und nach fast 6 Monaten eine ungesunde Gaming-Beziehung beendet.

FIFA Ultimate Team: Gotta Catch 'em All

Entgegen besseren Wissens habe ich mich diese Saison wie einst John Terry auf der Torlinie kopfüber in den FIFA Ultimate Team Modus gestürzt – als Ergebnis habe ich einen Brummschädel und eine Sinnkrise davon getragen.

Direkt nach dem Release des neuesten FIFA-Eintrags habe ich mit dem Bauen meines Ultimate Teams angefangen und war nach kurzer Zeit in EAs Gameplay-Loop gefangen: Kartenpacks öffnen, Team ausbauen, Grind gegen Computer und Spieler online, Kartenpacks öffnen, Team ausbauen.

Dieser Prozess war ein monotoner Kreislauf, der nur dem Selbstzweck diente, in meinem Team überbezahlte Star-Spieler gegen überbewertete Spezial-Editionen auszutauschen und seltene Karten anzuhäufen. Doch obwohl mich dies frustriert hat, habe ich immer weitergespielt.

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FUT: Cheerleader für Super-Clubs

Diese Frustration war besonders schmerzhaft, wenn FIFA Ultimate Team mich dazu verleitet hat, bestimmte Spieler wegen ihrer Bewertungen in mein Team zu integrieren – Spieler, die ich im echten Leben nicht ausstehen oder deren Vereine ich aus Prinzip oder jahrelanger Ablehnung nicht unterstützen kann.

Jedes Mal, wenn ich einen Spieler von PSG, Manchester United, Manchester City, Bayern München, Barcelona oder Real Madrid aufstellen musste, um bestimmte Herausforderungen absolvieren, hat sich ein Teil meiner Seele abgespalten, als wäre ich Lord Voldemort.

Trotz meiner persönlichen Abneigungen wurde ich in FIFA zu einem unfreiwilligen Cheerleader von Super-Clubs degradiert – doch obwohl mich dies wahnsinnig gemacht hat, habe ich immer weitergespielt.

EAs Fußball-Simulation bietet keine Zukunft

Auch wenn ich nach knapp sechs Monaten von dem Grind und den Spielern meines eigenen Teams emotional ausgelaugt war, hätte ich möglicherweise einfach in alle Ewigkeit weitergespielt. FIFAs Live-Service-Modell ist dermaßen auf endlose Wiederholung durch das punktuelle Ausschütten von Dopamin beim Öffnen von Kartenpacks ausgelegt, dass ein Ende des Kartensammelns kaum in Sicht gewesen wäre.

Doch ebenso glücklicher- wie ironischerweise ist genau dieses Ende ein entscheidender Teil von EAs Verkaufsstrategie. Nachdem ich bereits viel zu viele Stunden in mein Ultimate Team investiert hatte, wurde mir plötzlich klar, dass es im Herbst zu Ende sein würde.

Das nächste FIFA-Spiel wird erscheinen und der gesamte Kreislauf von vorne losgehen. Keine der hart erspielten Spezialkarten kann mitgenommen werden. Der Grind der letzten Monate verläuft ins Leere, die Saison endet mit einem Schiedsrichterball. Vielen Dank fürs Spielen, nichts bedeutet irgendetwas, alles war umsonst.

FIFA: Laufpass für Live-Service-Spiel

Nachdem ich die offensichtliche Sinnlosigkeit vom ewigen Grätschen und Grinden für das Sammeln der Spielerkarten nicht mehr ignorieren konnte, war es an der Zeit, Ultimate Team abzuservieren – ich habe aufgehört weiterzuspielen.

FIFA hat keine Widerrede geleistet. Es hat gesehen, wie müde ich war und mein ewiges Nörgeln hat es ohnehin schon lange genervt. Außerdem wäre es in ein paar Monaten zwischen uns ja sowieso in die Brüche gegangen. Eine gemeinsame Zukunft gab es für uns nie. Ich hoffe inständig, dass ich mich daran diesen Herbst noch erinnern werde.

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