Videospielkultur

Steelrising: Action-RPG der Greedfall-Macher im Anflug auf 2022

von Jens-Magnus Krause (Donnerstag, 16.06.2022 - 09:00 Uhr)

Das Entwicklerstudio Spiders schickt euch in ein alternatives Paris zur Zeit der Revolution. Inklusive Roboterkämpfen, einer Schaufensterpuppe als Protagonistin und Soulslike-Gameplay mit Hilfestellungen.

Endlich mal ein RPG ohne Open-World

Obwohl es in Steelrising die für Rollenspiele obligatorische Weltkarte und eine Kutsche zur Schnellreise gibt, bewegt ihr euch in offenen, aber klar voneinander getrennten Levels.

Vergleichbar mit The Last of Us, betont das den strikten Story-Ansatz für Singleplayer. Und dieser schickt euch in das Paris aus dem Jahr 1789. Die verspielten, gothischen Häuserfassaden gleichen Ruinen, da die Revolution in vollem Gange ist.

Ihr erkennt auf den menschenleeren Straßen zwar Sehenswürdigkeiten wie Notre-Dame, jedoch herrscht in der gesamten Spielwelt eine schwere und düstere Atmosphäre. Das liegt auch daran, dass das gesamte Spiel nachts stattfindet. In einer einzigen Nacht, wohlgemerkt.

Die Geschichte innerhalb der Geschichte

Wenn ihr das erste Mal eine Art Roboter in verzierter Ritterrüstung patrouillieren seht, ist euch klar: Hier geht es um ein alternatives Paris. In diesem hat Sonnenkönig Ludwig der XVI. mit seiner Armee aus umprogrammierten Metall-Maschinen die „Tiers Etat“, die Anhänger der Revolution, vernichtend geschlagen.

Dafür waren die vom Ingenieur des Königs, Eugène de Vaucanson, gebauten Maschinen eigentlich gar nicht vorgesehen.

Optisch überzeugt Steelrising bisher durch seine stimmige Atmosphäre mit viel Fackellicht-Einsatz.
Optisch überzeugt Steelrising bisher durch seine stimmige Atmosphäre mit viel Fackellicht-Einsatz.

Als sich der Maschinenbauer gegen diesen Missbrauch auflehnt, steckt ihn der König ins Gefängnis und konfisziert die schönste Maschine von allen: Aegis. Und hier kommt ihr ins Spiel.

Action-RPG mit unterschiedlichen Enden

Ihr steuert diese Aegis, eine Mischung aus Schaufensterpuppe und Killermaschine. Eigentlich zur Unterhaltung am Hof gedacht, hat euch der König mit Klingen und Kanonen modifiziert, um seine Königin zu beschützen.

Allerdings beauftragt euch die Königin, ihre verlorengegangen Kinder zu finden. Und den Ingenieur Eugène de Vaucanson, um die Maschinen-Armee zu stoppen.

Auf dem Weg zu euren Zielen trefft ihr viele bekannte Gesichter der Revolution, die euch Geheimnisse über die Armee des Königs verraten und euch zu immer mehr Unabhängigkeit verhelfen.

Die Geschichte spinnt sich durch Zwischensequenzen und Dialoge weiter. In letzteren habt ihr eine solche Entscheidungsgewalt, dass sich durch verschiedene Antwortmöglichkeiten der Verlauf der Story ändert. Auf Nachfrage bei den Entwicklern steht fest, dass es unterschiedliche Enden geben wird.

Kämpfen wie in Dark Souls

Jede eurer Bewegungen ist entscheidend auf dem Weg zum Sieg gegen den König. Das liegt daran, dass sich die Schwierigkeit der Kämpfe gegen die altertümlich aussehenden Maschinenroboter wie in Dark Souls anfühlt – besonders gegen die kleinen und große Bosse.

Wer also ohne Verstand auf die feindlichen Maschinen draufkloppt, hat keinen Erfolg. Euer Timing muss sitzen. Beim Blocken, beim Einsatz eures Schildes und beim Ausweichen. Und ihr solltet die Angriffe eurer Feinde einstudieren, um die unausweichlich zahlreichen Bildschirmtode zu minimieren.

Auch wenn eure Heldin Aegis gebrechlich aussieht, könnt ihr jeden Roboter und jede Maschine mit dem richtigen Timing bezwingen.
Auch wenn eure Heldin Aegis gebrechlich aussieht, könnt ihr jeden Roboter und jede Maschine mit dem richtigen Timing bezwingen.

Sinnvolle Optionen in Kämpfen

Wen das kontinuierliche Ableben in Soulslike-Spielen schon immer genervt hat, kann sich an dieser Stelle beruhigen. Die Entwickler bauen einen optionalen Assist-Modus ein. Diesen könnt ihr jederzeit ein- und ausschalten, was immer dann sinnvoll ist, wenn euer Frustlevel zu hoch sein sollte.

Mit Hilfe der individuell einstellbaren Hilfen könnt ihr euren genommenen Schaden von 100 Prozent bis auf Null Prozent runterschrauben. Oder ihr erhöht eure Ausdauerleiste auf 300 Prozent und könnt so häufiger in Folge ausweichen, springen oder zuschlagen.

So verbessert ihr eure Fähigkeiten und Waffen

Neben den Kämpfen gibt es noch mehr zu tun. Um Abwechslung zu schaffen, erkundet ihr immer wieder eure Umgebung. So findet ihr Items wie Gesundheit oder unterschiedliche Materialien, um eure Waffen aufrüsten zu können.

Zusätzlich sammelt ihr durch Kämpfe „Anima Essence“, also Erfahrungspunkte. Um euren gewünschten Spielstil im Charakter-Talentbaum zu stärken, könnt ihr an Checkpoints eure Aegis in Kategorien wie Beweglichkeit, Ausdauer und Stärke verbessern. Oder ihr ein neues Modul spendieren, dass bestimmte Körperteile verbessert.

Einschätzung von Jens Magnus Krause

Vor dem angepeilten Release im September 2022 steht für mich fest: erst das finale Produkt kann wirklich jede Stärke und Schwäche offenlegen. Das ist nichts Neues.

Als kreativ empfinde ich die Anlehnung an echte historische Ereignisse und Charaktere, die die Entwickler jedoch mit einer alternativen Geschichte voller blutrünstiger Maschinen neu erfinden.

Bis jetzt wirkt die Protagonistin in meinen Augen wortwörtlich blass, aber ihre Einzigartigkeit und ihr Ziel der eigenen und allgemeinen Unabhängigkeit halten gut dagegen.

Und selbst wenn die Grafik bis jetzt kein Meilenstein ist, möchte ich gerne in dieses düstere Paris eintauchen und wie es sich für ein Soulslike gehört, in intensiven Kämpfen die Zeit vergessen. Dabei begrüße ich den Assist-Modus, der mich die Kämpfe garantiert überleben lässt, wenn ich das denn so möchte.

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