Mario Kart 8 - Deluxe

Besser als Mario Kart: Mein Lieblingsracer schlägt sie alle

von Michael Sonntag (Dienstag, 02.08.2022 - 14:30 Uhr)

Dieser Racer ist besser als Mario Kart – zumindest für Redakteur Michael.
Dieser Racer ist besser als Mario Kart – zumindest für Redakteur Michael.

Mario Kart ist der berühmteste Racer, keine Frage. Aber ist er auch der Beste? Redakteur Michael legt die Hand für einen anderen Racer ins Feuer – ein Geheimtipp, den ihr einmal ausprobieren solltet.

Bockschwer, charmant und episch: Dagegen hat Mario Kart keine Chance

Das Problem an Genre-Herrschern wie Mario Kart ist, dass sie auf lange Sicht die Diversität von Spielen immer weiter verringern. Wozu etwas anderes spielen, wenn es doch längst das beste Spiel gibt? Das führt leider oft dazu, dass andere Entwickler nichts Neues, nichts Riskantes mehr ausprobieren wollen und sicherheitshalber nur noch den Genre-Herrscher kopieren. Womit wir am Ende dann die Wahl zwischen dem Original und seinen Klonen haben. Nichts gegen Mario Kart, es ist wirklich ein gutes Spiel, aber ich bin nun mal nicht kompatibel mit Nintendos niedlicher Welt. Ich will auch mal etwas anderes haben! Wer nun nach Alternativen sucht, findet sie entweder im Indie-Bereich – oder wie ich in der Retro-Ecke.

Mein Lieblingsracer genießt den vollen Nostalgie-Bonus. Dazu ist er aber noch bockschwer und absolut charmant. Das Spiel von Entwickler High Voltage Software stammt aus dem Jahr 1999 und erschien für Nintendo 64, PC und PlayStation. Während sein dänisches Franchise nahezu jede Kindheit geprägt hat und nicht mehr wegzudenken ist, wandelt die Marke heute Reihen wie Der Herr der Ringe, Harry Potter und Star Wars in seine ganz eigenen Videospiele um. Währenddessen geraten seine älteren Produktionen immer weiter in Vergessenheit. Ja, ihr habt es vermutlich schon erraten: Ich spreche von LEGO Racers, das ich kürzlich über meine abwärtskompatible PS3 wiederbeleben konnte.

Lego Racer: Michael (thaner0s) rast durchs Gameplay Abonniere uns
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LEGO Racers ist nicht einfach nur ein Racer, er integriert die Rennsimulation auch auf eine sehr charmante Art in seinen Block-Kosmos. Das fängt damit an, dass der Spieler sowohl seinen Rennfahrer als auch sein Auto selbst zusammenbauen kann. Coole Autos, alberne Autos, physikalisch unlogische Autos – warum nicht, das ist LEGO! Ist alles fertig, könnt ihr euch in eine Kampagne mit dutzenden Herausforderern stürzen. Wollt ihr nur weiterkommen, reicht ein Platz unter den ersten Drei. Schafft ihr es aber, einen der Champions zu besiegen, bekommt ihr die Bauteile für seine Figur und seinen Wagen. Und der Bauspaß geht von vorne los!

Die Autos, die Rennfahrer, die Rennstrecken – hier könnt ihr nicht nur durch wundervoll gestaltete Welten wie Piratenbuchten oder Weltraumstationen flitzen, sondern gewissermaßen auch durch eure Kinderzimmer. Glücklicherweise bleibt aber nur die Optik unschuldig, der Schwierigkeitsgrad dagegen kennt keine Gnade. Jede Abkürzung sollte genutzt werden, jede Waffe auf höchster Stufe abgefeuert werden, wenn ihr den Batman-Verschnitt, Kapitän Rotbart oder das Alien abhängen wollt. Bis euch das Finale gegen den berüchtigten Rocket Racer antreten lässt, der permanent durch Wurmlöcher springt und kaum einzuholen ist. Noch heute habe ich Respekt vor dieser letzten Strecke, auf der mein Gegner plötzlich meine Lieblingsfähigkeit gegen mich selbst einsetzt.

Die Physik ist problematisch, der Soundtrack das reinste Funky-Fest, die Strecken werden recycelt, aber die Duelle dafür immer schwieriger. Und heute, 20 Jahre nach meinen letztem Spieldurchlauf, konnte ich endlich auch mal den lokalen Multiplayer spielen, der weitere Herausforderungen und Blödeleien mit sich bringt. Von den Waffen, die Zauberstäbe, Pharaonenflüche und Kanonenkugeln umfassen, bis zu den knappsten Siegen und Niederlagen meiner Rennkarriere – ich liebe LEGO Racers und bin dankbar, dass das Spiel heute immer noch genauso gut ist, wie ich es in Erinnerung hatte, wenn nicht sogar besser. Auch meine Twitch-Zuschauer fieberten und lachten mit, wenn mich LEGO Racers mit seiner charmanten Unverschämtheit auf einer Strecke nach der anderen vermöbelte.

Nostalgie-Flash, charmante Gestaltung, knackiger Schwierigkeitsgrad – diese Rennerfahrung hat sich bis heute in mein Herz gestohlen und Mario Kart keine Chance gelassen. Keiner, nicht mal ich, hätte damit gerechnet, dass LEGO einen guten Racer abliefern kann. Und dann hat er auch noch so viel Kultfaktor. Wenn es euch irgendwie möglich ist, spielt es nochmal oder holt es nach und überzeugt euch selbst!

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