PlayStation Classic

Apple wollte es mit der PlayStation aufnehmen – und scheiterte kolossal

von Robert Kohlick (Samstag, 06.08.2022 - 09:30 Uhr)

Der Apple Pippin war ein gigantischer Flop. (Bild: Getty Images – dikobraziy / Evan-Amos, Public domain, via Wikimedia Commons)
Der Apple Pippin war ein gigantischer Flop. (Bild: Getty Images – dikobraziy / Evan-Amos, Public domain, via Wikimedia Commons)

Bevor Apple mit MacBook und iPhone seinen Siegeszug antrat, versuchte sich der amerikanische Tech-Gigant an einer Spiele-Konsole, um der PlayStation Paroli zu bieten. Das Ergebnis? Der Apple Pippin – einer der wahrscheinlich größten Flops des Unternehmens.

Nintendo & Sony im Visier: Apple will auf den Konsolenthron

Wir schreiben das Jahr 1996. Bill Clinton wird erneut zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt, der Schachcomputer Deep Blue schlägt erstmals den amtierenden Weltmeister und der gemeine Feldhamster wird zum Tier des Jahres gewählt. Doch für diese Geschichte noch viel wichtiger: In der Mitte der Neunziger dominieren die Sony PlayStation und der Sega Saturn den Videospielemarkt – und genau das will Computerfirma Apple ändern.

Um das ambitionierte Ziel zu erreichen, schließt sich das Unternehmen aus Kalifornien mit Bandai zusammen und entwickelt seine ganz eigene Mischung aus Heimcomputer und Konsole: den Apple Pippin, der von Bandai unter dem Namen Atmark verkauft wird. Doch während sich die Modelle der Konkurrenz millionenfach verkaufen, bleiben Apple und Bandai auf dem Pippin sitzen – und das hat gute Gründe.

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Der Apple Pippin war ein echter Reinfall

Mit einem Startpreis von 599 US-Dollar war der Pippin zwar relativ günstig – jedoch nur im Vergleich zu anderen Heimcomputern der damaligen Zeit. Für eine Videospielkonsole war das Gerät tatsächlich viel zu teuer. Zum Vergleich: Der Sega Saturn kostete zum Release 399 US-Dollar, Sony verkaufte seine erste PlayStation 1994 sogar für nur 299 US-Dollar.

Die Apple-Konsole war also rund doppelt so teuer – und bot unterm Strich dennoch nicht den Grad an zusätzlicher Leistung, den man sich von einem solchen System erwartete. Auch das verbaute 14,4-kbit/s-Modem, das dem Pippin Zugang zum Internet ermöglichte, konnte kaum jemanden hinterm Ofen hervorlocken.

Hinzu kam das Problem, dass es kaum Spiele für die Apple-Konsole gab. Gerade einmal 21 Games wurden vom einzigen Lizenznehmer Bandai für den Pippin entwickelt (Quelle: Gooddealgames). Die Konsole wird zu einem gigantischen Flop. Während sich der Sega Saturn knapp 11,6 Millionen Mal und die PlayStation sogar über 102 Millionen Mal verkaufte, konnten Apple und Bandai den Pippin nur rund 42.000 Käufern schmackhaft machen (Quelle: GamePro).

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Schon ein Jahr nach dem Marktstart verschwand der Apple Pippin wieder aus der Videospielwelt, die Produktion wurde klammheimlich eingestellt. Auch 26 Jahre nach diesem Fiasko scheint Apple diese Schmach nicht vergessen zu haben. Denn obwohl inzwischen ein Vierteljahrhundert vergangen ist, hat das Unternehmen in all dieser Zeit keinen zweiten Versuch gewagt, um den Konsolenmarkt für sich zu erobern. Doch laut einigen Insidern könnte sich das bald ändern (Quelle: GIGA). Wir sind gespannt!

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