The Callisto Protocol

The Callisto Protocol: Dieser Survival-Horror ist düster, einzigartig und verdammt blutig

von Jens-Magnus Krause (Donnerstag, 25.08.2022 - 14:08 Uhr)

The Callisto Protocol: Official Gameplay Reveal Trailer

Das kommt dabei heraus, wenn Glen Schofield als kreativer Kopf der 14 Jahre alten Dead-Space-Reihe mit einem neuen Studio ein neues Spiel entwickelt. The Callisto Protocol überzeugt vier Monate vor Release mit seiner einzigartigen Atmosphäre.

Ein Knast, ein Virus und viel Chaos

Wer Survival-Horror bestellt hat, bekommt auch Survival-Horror. Und zwar so richtig. Mit Blut, kratzen und beißen und auf den wichtigsten Instinkt reduziert: das eigene Überleben sichern. So fühlt sich The Callisto Protocol an. Und zwar immer und jederzeit. Bereits am 2. Dezember 2022 soll das Horror-SciFi-Spektakel für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series und PC erscheinen.

Die folgenden fünf Wörter fassen das Spiel von Entwickler Striking Distance Studios gut zusammen. Es dreht sich alles um Atmosphäre, Spannung, Brutalität, Hilflosigkeit und Menschlichkeit. In einer Szene mal mehr um das eine und in der nächsten um das andere.

Um es kurz zu machen: Schon die Ausgangslage ist nichts für die Schreckhaften unter euch. Ihr müsst im Jahr 2320 alleine aus einem Hochsicherheitsgefängnis entkommen. Aber nicht auf der Erde, sondern auf Kallisto (englische Schreibweise: Callisto), einem toten Mond des Jupiters.

In The Callisto Protocol spielt ihr Jacob Lee und wollt raus aus dem virenverseuchten Knast.
In The Callisto Protocol spielt ihr Jacob Lee und wollt raus aus dem virenverseuchten Knast.

Gleichzeitig ist ein Virus um euch herum ausgebrochen, der mit der United Jupiter Company zusammenhängt. Danach herrscht Chaos, Infizierte greifen euch an und ihr kämpft mit Fern- und Nahkampangriffen um euer Überleben.

So intensiv ist die Kameraperspektive bei The Callisto Protocol

Vier Monate vor der Veröffentlichung haben die Entwickler einen Gegnertyp vorgestellt, der euch unter Zeitdruck setzt. Sobald diesem Tentakeln entwachsen, müsst ihr auf diese schießen. Schafft ihr das nicht, wird es ganz schnell ganz schlimm.

Denn dann mutiert solch ein Infizierter, wird stärker und verändert sein Äußeres und kann auf einmal anstatt normaler Arme, große mit Krallen versehene Tatzen haben, die euch schneller töten.

Das Ganze erlebt ihr aus der Third-Person-Perspektive, die jedoch nah dran ist an eurer Hauptfigur Jacob Lee. Was sich zuerst aufgrund von geringerer Übersicht wie ein Nachteil anfühlt, fördert auf Dauer die Stimmung.

Könnte aus Dead Space oder The Last of Us sein, ist es aber nicht. The Callisto Protocol findet seinen eigenen Weg.
Könnte aus Dead Space oder The Last of Us sein, ist es aber nicht. The Callisto Protocol findet seinen eigenen Weg.

Denn durch die wortwörtliche Nähe zur Spielfigur fühlt sich alles und jeder bedrohlich an. Das heftige Kamerawackeln während der brachialen und brutalen Kämpfe verdeutlicht jedes Mal, dass es hier nur ums Überleben geht. Unabhängig davon, ob ihr mit einer Nahkampfwaffe auf den Kopf des Gegners draufkloppt oder mit einer Schusswaffe aus der Distanz alles gebt.

Dieses Gefühl des unmittelbaren Ausgeliefertseins und der spürbare Wille eurer Hauptfigur mit letzter Kraft bei jedem noch so brachialen Gegenangriff am Leben zu bleiben, ist aktuell einzigartig in diesem Genre.

Waffen aus dem Drucker

Nach einem kleinen Schalter-Rätsel dringt ihr in einen noch düstereren Bereich des Gefängnisses vor. Hier sind die Wände blutverschmiert, die Neonröhren-Beleuchtung flackert und der kalte Metallgitter-Boden klackt bei jedem eurer Schritte.

Die mit Blut an die Wand geschmierte Aufforderung „Kill the Virus“ bedeutet selbstredend nichts Gutes. Doch bevor es weitergeht, entdeckt ihr einen Automaten in einer dunklen Ecke. Dabei handelt es sich um eine Art 3D-Drucker, an denen ihr eure Nah- und Fernkampfwaffen gegen aufgesammeltes Geld mit neuen Teilen verbessern könnt. Jede Waffe hat dabei ihren eigenen Skilltree.

Ihr fühlt euch in nahezu jeder Situation einer nicht immer sichtbaren, aber omnipräsenten Bedrohung ausgesetzt.
Ihr fühlt euch in nahezu jeder Situation einer nicht immer sichtbaren, aber omnipräsenten Bedrohung ausgesetzt.

Auch eine Spezialausrüstung wie den Gravitationshandschuh könnt ihr hier verbessern. Mit diesem könnt ihr Gegner zu euch heranziehen, sie als Schutzschild missbrauchen und auch wieder wegstoßen – zum Beispiel in eine Art Häcksler aus Metallwalzen. Hier spritzt das Blut dann nicht nur eure Hauptfigur voll, sondern die gesamte Umgebung.

Stealth-Elemente und Spinnen-Gegner

Betretet ihr einen neuen Bereich, ist es manchmal ratsam, sich schleichend fortzubewegen. So könnt ihr in Stealth-Passagen eure Gegner mit weniger Aufwand und geringerer Gefahr für euch ausschalten.

Einfach ist das aber nicht, da manche Gegner zwar blind sind, aber sehr empfindlich auf Bewegungen und Geräusche reagieren. Ja, The Last of Us 2 lässt grüßen.

Die Kämpfe sind packend, brachial, brutal und blutig.
Die Kämpfe sind packend, brachial, brutal und blutig.

Wer bis jetzt noch keine Angst hat, kann nach dem Release ja mal gegen die untypisch gelenkigen Gegner kämpfen, die wie Spinnen überall entlangkrabbeln können. Auch an der Decke und den Wänden. Sieht gruselig aus, spielt sich auch so.

Abwechslung auf mehreren Ebenen

Für Abwechslung sorgen kurze Quick-Time-Events. Zum Beispiel immer dann, wenn euch die Tentakeln eines Monsters gepackt haben und ihr euch lösen müsst. Hört sich eklig an, spielt sich auch so.

Und für noch mehr Abwechslung sorgt eine Passage, die aus Tomb Raider stammen könnte: Ein riesiger Kanal-Abfluss fungiert als eure Wasserrutsche und die Bedrohlichkeit dieser Aktion spürt ihr dank des heftigen Kamerawackelns und des brachialen Wasserrauschens.

Am Ende der Rutsche folgt die nachhallendste Szene der präsentierten Gameplay-Abschnitte: Ihr schafft es nicht an einem riesigen Ventilator vorbeizurutschen. Ihr verkeilt euch und der Ventilator teilt euren Körper in zwei Hälften. Wie geschrieben: Dieses Spiel ist düster, einzigartig und verdammt blutig.

Die düstere Atmosphäre entsteht durch das Zusammenspiel aus Lichtstimmung und Gefängnis-Schauplatz.
Die düstere Atmosphäre entsteht durch das Zusammenspiel aus Lichtstimmung und Gefängnis-Schauplatz.

Einschätzung von Jens-Magnus Krause

The Callisto Protocol ruft zwei gegensätzliche Emotionen in mir hervor. Einerseits fürchte ich mich ein wenig beim Betreten des nächsten Raumes. Andererseits ist der Nervenkitzel einfach zu groß und zu gut, um es sein zu lassen. Diese Mischung macht das Spiel für mich so befriedigend.

Alleine schon durch die geschickte Wahl der Kameraperspektive, haben die Entwickler ein tolles Gespür bewiesen. Nämlich dafür, wie sehr Nähe verbindet, mitfühlen lässt und die Immersion erhöhen kann.

Bis jetzt habe ich noch kein Spiel gesehen, welches mir bei jedem Angriff unter heftigem Kamerawackeln so nachvollziehbar vermittelt hat, dass es ganz schnell vorbei sein kann. Und das Sicherstellen des eigenen Überlebens nur mit den letzten Kraftreserven gelingen kann, so anstrengend es auch sein mag.

Auf Dauer muss sich für mich aber noch zeigen, dass neben den Kämpfen, unterschiedlichen Gegnertypen, Quick-Time-Events und der Rutsch-Einlage die Entwickler für genügend Abwechslung sorgen. Da verbleibe ich zwar vorsichtig optimistisch, aber hier bringt erst ein Test vollkommene Klarheit.

Fest steht für mich: Immer wenn ich dieses Spiel sehe, möchte ich sofort losspielen. Auch wenn ich dann wieder zum Angsthasen mutiere. Der Reiz ist aber einfach zu groß, es nicht nicht zu tun.

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