Grand Theft Auto 5

Assassin’s Creed, GTA 5 und The Witcher 3: Diese Funktion nervt euch, aber ihr braucht sie

von Sanel Rihic (Montag, 12.09.2022 - 12:30 Uhr)

Minimap: ja oder nein? (Bild: Ubisoft / pixabay - Królestwo_Nauki / Clker-Free-Vector)
Minimap: ja oder nein? (Bild: Ubisoft / pixabay - Królestwo_Nauki / Clker-Free-Vector)

Minikarten in Videospielen sind Fluch und Segen zugleich. Einerseits helfen sie bei der Orientierung und sind in manchen Spielen kaum wegzudenken; andererseits erwischt man sich selbst ständig dabei, nur noch auf die Minikarte zu glotzen, anstatt die Spielwelt mit eigenen Augen zu entdecken. Sind Minimaps überholt? Und welche Spiele machen es bereits besser? Ein Kommentar.

Minimaps schmälern die Entdeckerlust

Open-World-Spiele und vor allem Singleplayer-RPGs sind oft vollgestopft mit dichten Points of Interest und schrecken nicht vor mehreren simultanen Quests und Aktivitäten zurück. Die Minikarte ist dabei euer Retter in Not, denn in diesem Gewusel schenkt sie euch die nötige Orientierung. In GTA 5: Könntet ihr euch eine Fahrt von A nach B ohne GPS vorstellen? Ich auch nicht. Doch genau da liegt das Problem. Wie oft erwische ich mich dabei, beim Autofahren nur der farbigen Linie auf der Minikarte zu folgen, anstatt auf die Straße zu schauen und die Welt drumherum zu betrachten.

In Assassin’s Creed sah es einst noch chaotischer aus. Euer mit diversen Anzeigen und Missionsbeschreibungen zugemüllter Bildschirm enthielt auch noch eine mit Symbolen beladene Minimap. Zwar erlaubt sie euch jeden Gegner aufzuspüren und keine Sammelgegenstände zu verpassen, aber im Zusammenspiel mit allen anderen HUD-Informationen übernimmt sie nahezu das Denken für euch.

Eines muss man Assassin’s Creed mittlerweile zugutehalten, denn die in einer Ecke fixierte Minikarte wurde durch einen schmalen Kompass am oberen Bildschirmrand ersetzt. Insgesamt hat Ubisoft das HUD (Head-Up-Display) entschlackt. Ein Problem bleibt allerdings: Noch immer ist man zu sehr damit beschäftigt, klitzekleinen Symbolen hinterherzulaufen. Ob Minikarte oder Kompass – sie erfüllen die Funktion zweier weiterer Augen, die mir mitteilen, was ich zu tun und wohin ich zu gehen habe. Dabei ist doch die große Stärke einer Open World, dass ich sie mit eigenen Augen erkunde.

An dieser Stelle sei erwähnt: Ich kann hier nicht für alle sprechen. Manche von euch haben absolut kein Problem mit Minikarten und das ist auch gut so. Andere hingegen verstehen mich und können es nachempfinden, wie Minimaps mir die Entdeckerlust rauben. Was kann man also dagegen tun?

The Witcher 3 und das Minimap-Problem

Eine simple und wohl radikale Methode wäre, die Minikarte einfach auszublenden. In den meisten modernen Spielen könnt ihr nämlich euer HUD frei anpassen. Die Konsequenz ist allerdings, dass eben jene Spiele ohne Minimap nicht mehr richtig funktionieren.

Nehmen wir The Witcher 3 als Beispiel: Unentdeckte Orte und Quests werden euch mit einem Fragezeichen markiert. Diese lassen sich auch ohne Minikarte finden. Aber sobald ihr eine Quest beginnt, kann es passieren, dass ihr ohne sie nicht vorankommt. Euch fehlen meist exakte Infos, wo ihr hingehen oder was ihr untersuchen müsst. Ihr könnt zwar im Menü die große Karte öffnen, aber dies wird nach einer Weile umständlich und zeitraubend.

The Witcher 3: Wild Hunt Game of the Year Edition - [PlayStation 4]

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Obwohl The Witcher 3 als Meilenstein des Rollenspiel-Genres betitelt wird und seine Open World auch heute noch gelobt wird, ist es jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass das Spiel ohne Minimap schnell zu einer frustrierenden Erfahrung werden kann.

Minikarten: Ohne geht es nicht – oder doch?

Rockstars Red Dead Redemption 2 macht das schon besser: Viele Wege sind gut beschildert, sodass ihr euch meist an In-Game-Schildern orientieren könnt. Außerdem könnt ihr die Minikarte so konfigurieren, dass sie nur per Knopfdruck angezeigt wird. Dadurch spart man sich das Öffnen der Menükarte, wenn man bei der Erkundung völlig verloren geht.

Ghost of Tsushima hingegen tauscht wie das aktuelle Assassin’s Creed die Minikarte durch einen Kompass aus, geht aber noch einen Schritt weiter. Denn auf diese braucht ihr nicht zu achten. Habt ihr eine Quest ausgewählt, könnt ihr einfach dem Wind folgen; dieser führt euch stets zum Ziel. So werdet ihr nicht von irgendwelchen Symbolen abgelenkt und die Immersion geht nicht verloren.

Und dann gibt es noch Spiele wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild oder das dieses Jahr erschienene Elden Ring, die von vornherein auf eine Minimap verzichten. Das heißt nicht, dass diese Spiele ohne Navigationshilfen auskommen. In Breath of the Wild könnt ihr euch beispielsweise am Schloss Hyrule orientieren. Dieses sieht man selbst aus weiter Ferne. Als Orientierung dient hier also nicht euer HUD, sondern die Spielwelt selbst.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild (Nintendo Switch)

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Statische Minikarten sind überholt – wie geht es richtig?

Breath of the Wild erzählt seine Geschichte durch das freie Erkunden, während The Witcher 3 seine Storys zwischen der Erkundung stattfinden lässt. Ist das eine richtig und das andere falsch? Gibt es eine optimale Lösung? Ich denke nicht. Manche Spiele sind nicht dafür designt, ganz ohne Minikarte auszukommen. Und das ist auch okay. Nur sollte die Entdeckerlust dadurch nicht verloren gehen.

Es gibt bereits Ansätze, wie man die Minimap dezent einsetzen kann, das beweisen Red Dead Redemption 2 oder Ghost of Tsushima. Und es geht bestimmt noch besser. Das nächste Assassin’s Creed, GTA oder The Witcher haben die Chance, das zu zeigen.

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