Dead Space Remake

Dead Space Remake ist genau das, was die Serie jetzt braucht

von Jens-Magnus Krause (Freitag, 14.10.2022 - 17:00 Uhr)

Dead Space – Offizieller Gameplay-Trailer

Nur ein weiteres Remake? Jein. Natürlich behalten EA und Entwickler Motive Studios das Grundgerüst des Originals bei. Aber die Neuerungen sind so kompromisslos und zeitgemäß, dass sie ein neues und gleichzeitig kein fremdes Spielerlebnis erzeugen.

Ein Remake anstatt Dead Space 4

Dead Space ist zurück. Zwar nicht mit einer Fortsetzung des neun Jahre alten Dead Space 3, dafür aber mit dem im Januar 2023 erscheinenden Remake des Survival-Horror-Originals.

Die Entscheidung für die Neuauflage sorgte bei der Ankündigung im Juli 2021 bei manchen Fans für Enttäuschung, hatten sie sich doch Teil vier erhofft. Andere waren dagegen begeistert.

Gegen schwere Gegner und für Neueinsteiger ist der neue Story-Schwierigkeitsgrad angenehm.
Gegen schwere Gegner und für Neueinsteiger ist der neue Story-Schwierigkeitsgrad angenehm.

Und jetzt? Nach drei gespielten Kapiteln, also einem Viertel des Spiels, steht eines bereits fest: dieses Remake des 15 Jahre alten Originals ist genau das, was die Serie jetzt braucht.

Denn das Remake kommt im Gegensatz zu einem Remaster nicht nur mit einer aufpolierten Optik aus.

Nein, die Entwickler von Motive Studios haben den Third-Person-Shooter komplett überarbeitet, von Grund auf, in allen Bereichen, nach vielen Gesprächen mit Hardcore-Fans. Und das merkt man – im positiven Sinne.

Das konnte Protagonist Isaac im Original noch nicht

Kurze Story-Auffrischung: In zwölf Kapiteln steuert ihr den Raumschiffingenieur Isaac Clarke, der im Jahr 2508 mit einem Spezialisten-Team zum Bergbauschiff USG Ishimura fliegt.

Auslöser dafür ist ein Notrufsignal. Vor Ort angekommen ist klar, dass sich die Besatzung in blutrünstige, bizarre Wesen namens Necromorphs verwandelt hat. Eure Aufgabe ist es herauszufinden, was passiert ist. Und euer Überleben zu sichern.

Für Kenner ist das ein Déja-vu, aber dieses Remake beinhaltet viele Neuerungen, die auch für Hardcore-Fans interessant sind.

Ihr trefft in den ersten Kapiteln auf mindestens einen neuen Charakter, hier seht ihr aber den bekannten Hammond im Austausch mit Isaac.
Ihr trefft in den ersten Kapiteln auf mindestens einen neuen Charakter, hier seht ihr aber den bekannten Hammond im Austausch mit Isaac.

Allen voran hat Protagonist Isaac jetzt eine Stimme. Das ist zeitgemäß und lässt euch verstärkt mitleiden. Denn jedes Sprachsample haben die Entwickler drei Mal aufgenommen: ruhig, erschöpft oder verletzt.

Je nachdem, wie Isaac gerade drauf ist, hört er sich normal, bemitleidenswert erschöpft oder schwerverletzt ächzend an. Gänsehaut inklusive.

Isaac spricht aber nur, wenn andere Charaktere mit ihm reden. In Kämpfen gibt es keine aufgesetzten Einzeiler oder Selbstgespräche.

Optik-Unterschiede und neues Peeling-System

Zu Beginn fällt euch die hohe Grafikqualität auf. Neu ist dabei organisch wirkender Nebel, der die diffuse Notbeleuchtung noch diesiger macht.

Es ist offensichtlich, dass die Entwickler die Optik neu programmiert haben. In der Frostbite-Engine übrigens. Das verdichtet die Atmosphäre beim Zusammenspiel aus Licht und Schatten so kompromisslos, dass das Auslassen der Last-Gen-Konsolen verschmerzbar ist. Auf aktuellen Konsolen wählt ihr zwischen einem Performance- und Qualitätsmodus.

Nicht nur der Anzug von Isaac beeindruckt durch Details wie erkennbare Rüstungsmaterialien. Auch die Gegner erreichen ein neues Level im Remake.

Im Remake gibt es auch eine neue Lurker-Variante, die Giftgase freisetzt und euch so schaden will.
Im Remake gibt es auch eine neue Lurker-Variante, die Giftgase freisetzt und euch so schaden will.

Die Necromorphs bestehen aus abtragbaren Schichten aus Haut, Sehnen und Knochen. Dank dieses Peeling-Systems erhöht sich in Kämpfen der Realismus- und Ekel-Faktor.

Optisch fehlerfrei war die spielbare Version noch nicht. Leichen sind für längere Zeit an Isaacs Beinen hängengeblieben und die Framerate brach häufiger ein. Wissen die Entwickler, arbeiten sie dran.

Darum sind Speicherstationen ein Spielspaßmultiplikator

Für einen immersiveren Spielablauf sorgt das Remake ebenfalls. Zum einen unterbricht euch kein einziger Ladebildschirm im gesamten Spiel. Es reißt euch also nichts aus der gut gealterten und immer noch spannenden Story raus.

Und zum anderen ist die Ishimura nun ein ganzheitlich verbundenes Bergbauschiff, welches ihr frei erkunden könnt. Natürlich ist das Schiff weder zu Beginn noch später eine Open-World, aber es lädt euch an vielen Stellen zum Erkunden ein.

Rätselpassagen kommen zu Beginn immer wieder vor. Die Lösung ist meistens klar, der Weg dorthin aber nicht immer eindeutig.
Rätselpassagen kommen zu Beginn immer wieder vor. Die Lösung ist meistens klar, der Weg dorthin aber nicht immer eindeutig.

Im Original verschlossene Bereiche sind nun begehbar, es gibt neue Räume und ihr könnt in jeden Bereich zurückkehren, um eine der neuen Nebenmissionen zu spielen. In diesen soll sich alles um Hintergrund-Infos zu den Charakteren drehen.

Speichern könnt ihr nur an festen Stationen. Wirkt altertümlich, sorgt aber dafür, dass ihr einen Bildschirmtod um jeden Preis verhindern wollt. Das macht es umso spannender. Nervig dagegen: Nicht überspringbare Zwischensequenzen, die ihr nach Toden immer wieder anschauen müsst.

Nur im Remake könnt ihr schwerelos fliegen

Überarbeitet haben die Entwickler auch die Passagen ohne Gravitation. Wo ihr sonst mit euren Magnetstiefeln an Wänden hochlaufen und Sprünge nur an festgelegten Stellen ausführen konntet, seid ihr jetzt freier unterwegs.

Dank eingebauter Düsen in eurem Anzug, gleitet ihr nun schwerelos durch die Spielwelt. Dadurch ergeben sich neue und zuweilen überraschende Situationen. So kann es sein, dass euch mitten im Schwebeflug ein Necromoprh angreift und ihr in der Schwerelosigkeit kämpfen müsst.

Im Gegensatz zum Original könnt ihr an bestimmten Stellen dieses Mal wirklich schwerelos und frei umhergleiten.
Im Gegensatz zum Original könnt ihr an bestimmten Stellen dieses Mal wirklich schwerelos und frei umhergleiten.

Neu hinzugekommen sind auch Entscheidungen, die ihr treffen könnt. Hier geht es nicht um Story-Abzweigungen, sondern eher um einzelne Passagen.

In einer Szene könnt ihr wählen, ob ihr den Sauerstoff in den Räumen lassen wollt. Dann funktioniert allerdings das Licht nicht und ihr seht eure Gegner schlechter. Oder soll es doch lieber andersrum sein, was euch aber unter Zeitdruck setzt aufgrund des sich aufbrauchenden Sauerstoffs? Eure Entscheidung.

Dead Space erscheint voraussichtlich am 27. Januar 2023 für PC, PS5 und Xbox Series X|S.

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Einschätzung von Jens-Magnus Krause

Ich finde die Entscheidung genau richtig, ein Remake von Dead Space zu veröffentlichen. Und das, obwohl ich überhaupt kein Fan von aufgewärmten Spielen bin. Aber hier kommt so viel Gutes zusammen, dass das Remake für Neulinge und Hardcore-Fans gleichermaßen interessant machen könnte.

Ich bin überrascht, wie gut die Story samt ihrer lebensbedrohlichen Atmosphäre gealtert ist. Selbiges gilt für die Gegner, die Waffen, die exzellente Steuerung und die Rätsel-Passagen. Für die Optik gilt das nicht, aber die ist ja von Grund auf neu und beeindruckend.

In meinen Augen haben es die Entwickler geschafft, das immer noch zeitgemäße Grundgerüst des Originals beizubehalten und durch sich gut anfühlende Neuerungen gezielt zu verbessern. Das Remake muss sich vor brandaktuellen Spielen in keinster Weise verstecken.

Spannend bis zum Release bleibt, ob Motive Studios die ihnen zwar bekannten, aber nichtsdestotrotz aufgetretenen Grafikfehler und Framerate-Einbrüche in den Griff bekommen. Und die Preispolitik sollte EA vielleicht nochmal überdenken. 80 Euro für ein Remake eines existierenden Spiels sind für mich hart an der Grenze von fair.

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