Gotham Knights

Gotham Knights macht eine Sache besser als Arkham Knight

von Sanel Rihic (Sonntag, 30.10.2022 - 14:00 Uhr)

Batgirl, Nightwing, Red Hood und Robin sind die Gotham Knights. (Bild: Warner Bros.)
Batgirl, Nightwing, Red Hood und Robin sind die Gotham Knights. (Bild: Warner Bros.)

Eigentlich möchte Gotham Knights kein Arkham-Nachfolger sein. Gleichzeitig lassen sich die vielen Parallelen nicht ausblenden: So erhoffte ich mir erneut brachiale Kämpfe, taktische Stealth-Passagen und clevere Detektivarbeit. Und ich bin an dieser Stelle ehrlich: Das Action-Adventure kann in all diesen Punkten einem Arkham Knight nicht das Wasser reichen. Doch in einem Aspekt muss sich selbst der Dunkle Ritter geschlagen geben. Denn Gotham Knights gibt mir endlich das Gefühl, der Beschützer Gothams zu sein.

Gotham Knights ist ein überzeugender Superhelden-Simulator

Zunächst muss ich die Handlung von Gotham Knights einmal loben: Das Batman-Spiel ohne Batman erzählt eine spannende Geschichte, die mit Arkham Knights Story mehr als nur mithalten kann. Den Fall um Batmans Tod herum zu entspinnen und zahlreiche prominente Schurken nach und nach die Bildschirm-Bühne betreten zu sehen, bescherte mir viele aufregende Stunden. Ich finde, die Story darüber, wer im Geheimen die Fäden zieht, hat hier besser als in Arkham Knight funktioniert – und zwar ohne offensichtlichen Twist.

Beide Spiele schaffen es, eine persönliche Story zu erzählen; in Gotham Knights sind zudem viele private Momente in Nebenmissionen eingefangen – die bei allen vier Helden individuell ausfallen. Batgirl verarbeitet den Tod ihres Vaters, Red Hood hingegen seine Vergangenheit und Wiederaufstehung. Und obwohl Gotham Knights viele Handlungsstränge bietet, räumt das Spiel auch Zeit ein, um in Gotham auf Patrouille zu gehen. Etwas, was mir in Arkham Knight etwas fehlte.

Batman tritt ab und neue Helden übernehmen das Zepter

Ich habe zwar in Arkham Knight die meisten Missionen sehr gerne gespielt und Herausforderungen gemeistert, aber ich habe nie die Dringlichkeit gesehen, den Kriminellen auf den Straßen Gothams aus anderen Gründen als dem feinen Kampfsystem aufs Maul zu hauen. Gotham Knights hingegen gibt mir durchgehend das Gefühl, dass sich die Stadt in Gefahr befindet und ich neben den Missionen auch für Recht und Ordnung sorgen muss. Das hat zwei Gründe:

Grund 1: Anders als in den Arkham-Games spielt Gotham Knights nicht in einer einzigen Nacht, sondern in mehreren Nächten – eigentlich in endlos vielen. Wenn ihr den Glockenturm, euer Hauptquartier, verlasst, beginnt die Nacht und sie endet erst, wenn ihr zurückkehrt. In jeder Nacht wird euch angezeigt, welche Verbrechen in Gotham passieren, zum Beispiel eine Geiselnahme durch Freaks oder Überfälle durch die Mafia. Wenn ihr die Verbrechen nicht aufhaltet, hat es an sich keine gemeinen Konsequenzen. Doch wenn ihr eine erfolgreiche Patrouille hinter euch gebracht habt, wird euch angezeigt, wie viel Gutes ihr erreicht habt.

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Grund 2: In Arkham Knight enden die Konfrontationen mit Kriminellen in der Regel damit, dass sie bewusstlos am Boden liegen und irgendwann despawnen. Die Verbrechen in Gotham Knights sind lebendigere Ereignisse. Ein Beispielszenario: Ihr haltet eine Gruppe Ganoven bei einem Raubüberfall auf. Danach kommt das GCDP und sperrt den Bereich ab; Passanten versammeln sich um den Tatort herum und glotzen. Ihr hingegen müsst schnell verschwinden, denn für die Polizei seid ihr genauso kriminell. Sie zu bekämpfen wäre unklug, denn das GCDP hinterlässt keine Erfahrungspunkte oder Ressourcen. Solche Verbrechen erzählen quasi ihre eigenen kleinen Geschichten.

Gemeinsam Gotham beschützen

Der Auftritt von Batgirl, Nightwing, Red Hood und Robin ist nicht ganz so neu, denn bereits in den vorherigen Arkham-Spielen konntet ihr in DLCs die Helden spielen. Und ja, auch da haben sich die Superhelden etwas anders gespielt, doch in Gotham Knights fallen sie noch ein gutes Stück individueller aus.

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Das liegt vor allem an den verschiedenen Skilltrees: Es gibt vier verschiedene Fertigkeitsbäume, die jedem Helden seine Einzigartigkeit verpassen. Batgirl kann sich beispielsweise aufs Hacken spezialisieren, während Nightwing seine Agilität verbessern kann. Und im Koop-Modus könnt ihr die Stärken kombinieren.

Ihr könnt euch aber auch aufteilen, um das Verbrechen in Gotham effizient zu bekämpfen. Eine Person kann im nördlichen Teil Gothams einen Raubüberfall stoppen, während die andere im Süden Bomben entschärft und Geiseln befreit. Das ist eine gelungene Abwechslung zu den Hauptmissionen, die ihr natürlich ebenfalls gemeinsam erledigen könnt.

Gotham Knights schenkt mir das Gefühl, ein echter Beschützer Gothams beziehungsweise Teil eines Heldenteams zu sein und für Recht und Ordnung in einer kriminellen Stadt sorgen zu müssen – etwas, was Arkham Knight in der Form und in diesem Ausmaß nicht bot.

Es ist bloß schade, dass der Rest des Spiels nicht mithalten kann, wie unser Test aufzeigt:

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